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NHL - LESERREISE Frühjahr 2006

Das hat mal wieder richtig gerockt!
von Robin Patzwaldt

GM Würfel
Dieser Ausspruch von unserem Reiseteilnehmer Reik, den er auf der Fahrt häufiger verwendete, wenn ihm mal wieder eine Unternehmung besonders gut gefallen hatte, beschreibt auch ziemlich treffend die Erlebnisse auf unserer jüngsten Leserreise nach Vancouver und Calgary. Auch von einem Jahr Zwangspause, bedingt durch den einjährigen Lockout in der NHL, ließen sich zahlreiche Leser von Eishockey.com nicht abschrecken und die erste Fahrt nach nun 24 Monaten war einmal mehr mit 25 Teilnehmern komplett ausgebucht. Eine Tatsache, die uns schon ein wenig stolz macht.

Es begann diesmal am 24. März 2006. Alle Teilnehmer trafen sich mit meinem Kollegen Stefan Herget und mir pünktlich zum Abflug am Gate in Frankfurt.
Die gewohnt familiäre und herzliche Atmosphäre der NHL-Freunde untereinander zeigte sich bereits beim ersten Treffen. Denn obwohl wieder etliche bekannte Gesichter versammelt waren, gab es natürlich auch einige Teilnehmer, die sich noch nicht persönlich kannten.
Ein zufällig in unserer Nähe sitzender 'Unbeteiligter' bekam dies direkt zu spüren. Der Unbekannte musste etliche Hände schütteln und mehrfach erklären, dass er gar nicht zu dieser ihm völlig fremden Reisegruppe gehörte. Das schien ihn aber nicht besonders zu stören, denn er blieb unverändert auf seinem in die Gruppe integrierten Sitzplatz sitzen und begrüßte so tapfer weiter, die nach und nach eintreffenden Teilnehmer der Leserreise.

Zunächst ging der Flug von Frankfurt aus mit Air Canada nach Toronto, bevor es dann nach Vancouver weitergehen konnte. Der etwa vierstündige Zwischenaufenthalt am Flughafen der ostkanadischen Metropole inspirierte einige besonders NHL-begeisterte Leser im Vorfeld der Reise zu der fixen Idee eines kurzfristigen Ausflugs in die dort gelegene 'Hall of Fame'.
Aus praktischen Erwägungen verzichtete man aber dann doch darauf, den Trip mit dem Taxi wirklich zu wagen. Stattdessen wurde die Zeit von allen genutzt, um sich ein wenig von den Strapazen des gut achtstündigen ersten Fluges zu erholen.
Nach weiteren 5 Stunden Flug empfing uns in Vancouver schließlich ein deutschsprachiger Tourguide, der uns auf der Fahrt zum Hotel sogleich mit den grundlegenden Daten und Fakten zu Vancouver und British Columbia versorgte.
Auf die Tatsache, dass wir hauptsächlich zum Hockeyschauen angereist waren, reagierte der rüstige 'Fastrentner' spontan, sowie offenbar recht gut informiert und gab sogleich seine Meinung über den bisherigen Saisonverlauf der heimischen 'Canucks' durch die Buslautsprecher zum Besten.
Endlich im Hotel angekommen ging es für die meißten nur noch kurz in die im Hotel integrierte Sportsbar um danach beim Horchen an der Matratze neue Kräfte für unseren ersten Tag in Kanada zu sammeln.

Impressionen aus Vancouver
Die Capilano Bridge

Direkt nach dem Frühstück stand bereits die Tour durch den 'General Motors Place', die Heimspielstädte der Vancouver Canucks, an. Bei der ca. einstündigen Führung konnten neben dem Pressebereich auch die Wandelgänge im Spielertrakt der Arena und einige Luxussuiten besichtigt werden. Anschließend durfte die Gruppe noch ein wenig beim Morningskate der heimischen Canucks zusehen.
Ein Bestandteil der Führung war außerdem auch ein kurzer Blick auf die ins Gebäude integrierte Hausbrauerei. Der spontane Spruch von Teilnehmer Ralf "Can I have it ‚intravenös' to my place tonight?" beim Anblick des mit goldenem Gerstensaft gefüllten Braukessels sorgte bei der Gruppe für weitere Erheiterung.
Bei unserem Weg durch die Halle trafen wir noch Markus Naslund und Trevor Linden, die in ungewohntem Zivil gekleidet manchem Teilnehmer aber gar nicht weiter auffielen. Bei denjenigen, welche die Spieler erkannten löste die kurze Begegnung allerdings bereits verstärktes 'NHL-Fieber' aus.

Der Nachmittag war dann neben der Besichtigung des Hafens von Vancouver der 'Gastown' gewidmet. Die 'Altstadt' der Metropole am Pazifik ist ein besonders hübsch hergerichtetes Viertel mit vielen kleineren Geschäften.
Dort wurden bereits erste Fanartikel erworben, ein gewohnt beliebtes Vergnügen, dem sich die Gruppe in den folgenden 12 Tagen allerdings auch noch häufiger widmen sollte. Am Abend stand der Besuch der ersten NHL-Partie auf dem Programm.

Die Edmonton Oilers waren zu Gast in der Stadt. Bei Stefan kamen sogleich Erinnerungen an die erste Eishockey.com Leserreise aus dem Jahre 1999 hoch, sah der Sänger, der die Nationalhymnen intonierte, doch nach wie vor aus wie Enrico Palazzo (aus dem Film 'Die Nackte Kanone', siehe auch unser Bericht im Archiv).
Beide Teams benötigten dringend Punkte beim Kampf um die Playoffqualifikation in der NHL. Am Ende siegten die Gäste knapp, aber nicht unverdient mit 2-3 Toren. Die Qualität des Spiels war innerhalb unserer Gruppe recht umstritten. Das Engagement der Canucks gab bei einigen Teilnehmern Anlass zur Kritik. Insgesamt war die Partie allerdings recht unterhaltsam, zumindest auch, da sie über die komplette Spielzeit vom Ergebnis her recht knapp war.

Beim Feiern
Auch das Feiern kam nicht zu kurz.

Den Sonntag nutzten wir, aufgrund der relativ günstigen Wetterprognose, direkt zur Fahrt nach Vancouver Island, einer großen Insel, die vor der Küste von Vancouver liegt. Die ca. 90-minütige Fährfahrt brachte uns nach Victoria, der Hauptstadt British Columbias.
Das Städtchen mit ca. 100.000 Einwohnern zeichnet sich durch seinen britischen Charme aus. Von dort aus hatten die Reiseteilnehmer auch die Möglichkeit eine Fahrt zum 'Whale Watching' zu unternehmen, was einige sich im Vorfeld gewünscht hatten.
Andere Mitglieder der Gruppe bevorzugten den Gang in das dortige Heimatmuseum, in dem indianische Kultur im Mittelpunkt steht, oder besichtigten die schick hergerichtete Altstadt der Kapitale.

Der Montag war dem Norden Vancouvers gewidmet. Mit den inzwischen angemieteten Vans ging es dabei zunächst zu einer großen Hängebrücke, der 'Capilano Bridge', die eine eindrucksvolle Schlucht überspannt. Weiter führte uns unser Weg in Richtung Mount Seymour, einem lokalen Skigebiet, von dem aus man einen tollen Blick aus über 1000 Metern Höhe über die Stadt hat.
Und da Vancouver besonders attraktiv gelegen ist, starteten wir vom hoch über der Stadt gelegenen Skigebiet direkt runter zum lokalen Strand der Millionenstadt. Ein Vorzug, den nur wenige Regionen auf der Welt bieten. Denn nach ca. 45 Minuten Fahrt blickten wir nun statt auf Skifahrer auf in der Brandung reitende Surfer.
Begeistert wurden dort diverse Fotos auch von der Skyline Vancouvers angefertigt.

Am Abend war erneut ein NHL-Spiel angesagt. Die Los Angeles Kings waren nun zu Gast in Westkanada. Das unterhaltsame Spielchen endete 7-4 für die Hausherren. Alexandre Burrows erzielte dabei einen Hattrick für sein Team.
Allerdings war die Gruppe bei dieser Partie nicht komplett vertreten. Zwei Teilnehmer hatten sich auf dem Hinflug wohl bereits erkältet und fehlten mit einem 'grippalen Infekt'.
Eine 'Epedemie', die sich in den nächsten Tagen noch ausweiten sollte. In der Hochphase der Krankheitswelle fehlten uns dann fünf Leute bei unseren täglichen Aktivitäten. Die ganz große Grippewelle blieb uns dann allerdings glücklicher Weise doch erspart. Alle Betroffenen erholten sich innerhalb von 2-3 Tagen zumindest wieder soweit, dass sie am Programm weiter teilnehmen konnten.

Beim Training der Flames
und beim Spiel.

Der nächste Morgen führte den Großteil der Hockeyfans in den Stanley-Park, dem großen Stadtpark von Vancouver. Dort wurden Totempfähle, diverse Denkmäler und der Blick auf die Downtown genossen. Anschließend besichtigten 16 Leute das weltberühmte Aquarium der Stadt. Höhepunkte waren dabei für viele Teilnehmer die Beluga-Wale und die Delphinshow. Aber auch tropische Fische und die Otterfütterung fanden hier ihre Fans unter uns.

Fünf Leute der Gruppe machten sich stattdessen auf nach Fort Langley, einer alten Befestigungsanlage aus Zeiten des 'Wilden Westens'. Diese Teilnehmer hatten allerdings zunächst Pech. Die vom Mitreisenden Knut chauffierten NHL-Freunde blieben zunächst mit einer Autopanne liegen. Erst nach einem Fahrzeugtausch ging es dann aber doch noch weiter zum Tagesziel.

Am späten Nachmittag fuhren viele nach Grenville Island, einem frisch restaurierten Hafenviertel. Dort wurden Fischauktionshallen und Markthallen bestaunt, bevor der Blick auf die ein- und ausfahrenden Schiffe ausführlich genossen wurde.
Der anschließende Abend war nicht verplant und so verbrachten wir die Zeit jeder auf seine Weise. Kleinere Gruppen steuerten diverse Kneipen an, gingen in das Lokal ihrer Wahl oder erholten sich schlicht von den Strapazen der Vortage im Hotelzimmer.

Am Mittwoch stand Shopping im Mittelpunkt. Der Großteil fuhr mit dem Skytrain, einer führerlosen Magnetschwebebahn, hinaus zur Shoppingmall 'Metrotown' in Burnaby. Die größte Mall in British Columbia bot für jeden Geschmack etwas. Von Fanartikeln bis hin zu günstiger Bekleidung und Schuhen, oder auch CDs und DVDs. Wer mochte ging ab Nachmittag dann noch einmal durch die Downtown von Vancouver.

Andreas, Albert, Karsten und Björn deckten sich dabei besonders mit den von ihnen heißbegehrten NHL-Playercards ein. Ein Hobby, das diese Gruppe zu besonders ausschweifenden Shoppingtouren veranlasste und einige Dollar kostete. Albert entpuppte sich hier als besonderer Glückspilz. Er investierte über 200 Dollar in eine Kartenbox, in der Hoffnung eine Rookie-Karte von 'Wunderkind' Sidney Crosby zu ergattern. Und er sollte Glück haben. Unter den nur 18 beinhalteten Karten seiner Investition befand sich tatsächlich die ersehnte Seltenheit. Sein Tag war danach gerettet!

Zum Abend hin waren aber wieder alle im GM Place versammelt, um den Gastauftritt der Minnesota Wild zu genießen. Obwohl die Wild eigentlich die einzige Mannschaft auf der Reise waren, für die es sportlich um nichts mehr ging, die Playoffs konnte man zu diesem Zeitpunkt eigentlich bereits abhaken, entwickelte sich eine spannende Begegnung im weiten Rund.
Sechs Sekunden vor Schluss, als wir uns eigentlich schon alle auf die erste Verlängerung dieser Reise eingestellt hatten, erzielte Anson Carter den glücklichen 2-1 Siegtreffer für die Gastgeber.
Wehmütig nahmen anschließend die Meisten Abschied von der schönen Arena, denn am nächsten Morgen stand der Transfer nach Calgary, der zweiten großen Station unserer Reise, auf dem Programm.

Der ca. 1 1/2-stündige Transferflug kam uns nach den langen Flügen auf der Anreise nach Kanada in der Vorwoche diesmal wie ein Katzensprung vor.
In bester Laune ging es nun mit weiblichem Begrüßungskommando am Flughafen direkt zum Hotel in die Downtown nach Calgary. Die wichtigsten Fakten zur Ölmetropole in Alberta bekamen wir so ebenfalls bereits zur Begrüßung direkt präsentiert. Allerdings fiel vielen Teilnehmern direkt auf, dass das Leben in Calgary längst nicht so pulsiert wie dies noch zuvor in Vancouver der Fall war.
Trotzdem hat auch Alberta seinen speziellen Reiz. Ist die Lage vielleicht auch nicht so spektakulär wie die in Vancouver, auch in Calgary bietet die unmittelbare Nähe zu den Rocky Mountains große Vorteile, wie wir in den nächsten Tagen noch entdecken sollten.

Nach dem Einchecken im Hotel ging es für viele erst einmal auf eine Entdeckungstour durch die Downtown. Am Abend besuchten 16 Leute der Gruppe die Nachwuchsbegegnung der WHL Calgary Hitmen gegen die Lethbridge Hurricanes. Die favorisierten Hitmen lagen zu diesem Zeitpunkt in der Playoffserie mit 1-2 Siegen zurück und benötigten daher dringend einen Heimsieg. Immerhin 12.500 Zuschauer fanden sich dementsprechend im weiten Rund des Saddledomes ein. Der 2-1 Heimsieg stand allerdings bis zum Schluss auf des Messers Schneide.
Für uns war es einmal eine schöne Gelegenheit mit dem Saddledome, der Arena der Calgary Flames, erste Kontakte zu knüpfen und sich einmal etwas unbeteiligter der Stimmung und dem Leben in der WHL zu widmen. Auch der Fanshop der Flames erfuhr so schon erste Besuche aus Deutschland an diesem Abend.

Allerdings sollten wir ohnehin planmäßig bereits am Freitag Vormittag an der organisierten Hallentour teilnehmen und sehr ausführlich am Training der Flames und der Colorado Avalanche als Zuschauer teilhaben können. Unser Tourguide Ed kam zunächst etwas gelangweilt daher, steigerte sich dann aber in seinen Bemühungen spürbar, als er entdeckt hatte, dass wir extra aus Europa angereist waren, um die Flames zu sehen.

Auf Autogrammjagd und beim Shoppen

Zudem zeigte er sich erstaunt, wie wir denn an eine so hohe Zahl an Eintrittskarten gekommen sein konnten, wo seine Verwandten sich doch vergeblich um Karten für die Partien bemüht hätten.
Ed war zudem etwas sorglos im Umgang mit den Sicherheitsbestimmungen, was viele Teilnehmer in die Gelegenheit brachte mit Darryl Sutter und Mikka Kiprusoff Bekanntschaft zu schließen, die den Weg unserer Gruppe am Lockerroom kreuzten. Stargoalie Kiprusoff bewies bei der Gelegenheit Deutschkenntnisse und verabschiedete uns freundlich mit einem "Auf Wiedersehen!".
Nach der Stadiontour ging es für die Meisten in die Shoppingmeile 'Eaton Center', der Mall in der Downtown. Auch dort befindet sich noch einmal ein Fanshop der Flames. Allerdings war dieser längst nicht so gut sortiert wie viele Flames-Fans unter uns es erwartet hatten.

Gegen 17 Uhr trafen sich alle Teilnehmer im Hotel, um gemeinsam zur Partie der Flames gegen die Colorado Avalanche zu laufen. Unsere Avs-Fans stolzierten mit ihren Trikots über die 'Red Mile' und suchten so mutig die 'Auseinandersetzung' mit den Einheimischen. Außer ein paar 'dummen Sprüchen' mussten sie dabei allerdings nichts weiter ertragen. Unter Hockeyfans geht es halt vergleichsweise freundschaftlich zu.
Die Avalanche präsentierten sich im Spiel ziemlich abwehrschwach und mussten sich am Ende trotz eines Doppelpacks von Joe Sakic deutlich mit 3-6 geschlagen geben. Insgesamt war dies allerdings die unterhaltsamste Begegnung der Reise.

Am Samstag teilte sich die Gruppe dann erneut. Während Stefan mit 19 Leuten nach Lake Louise und Banff in Richtung Rocky Mountains aufbrach, fuhr ich mit fünf weiteren Teilnehmern die ca. 300 Kilometer nach Edmonton.
Wir hatten vom NHL-Hockey noch längst nicht die Nase voll und wollten dort am Abend die Partie zwischen den Edmonton Oilers und den diesmal auswärts antretenden Calgary Flames sehen.

Der Großteil der Gruppe begann seinen Tag am Lake Louise, der sich allerdings noch spät winterlich im gefrorenen Zustand präsentierte. Weiter ging es in der tief verschneiten Landschaft zur 'Natural Bridge' in der Nähe von Field, einer Stelle wo sich ein Fluss einen Durchgang durch geschlossenen Felsen gespült hat, und man daher quasi über eine 'natürliche' Brücke aus Stein den Fluss überqueren kann, der in der Tiefe unter einen hindurchfließt.
Unser Magdeburger Ralf vermisste in der Natur jedoch den echten Wildtierbestand, woraufhin Frank mit seinem Ausruf "Haaaaaallo Tiere, alle jetzt mal herkommen !! Los, der Ralf will euch sehen. Kommt extra aus Deutschland und ihr laßt euch nicht blicken !!" für Erheiterung in der Gruppe sorgte. Seinem energischen Ausruf folgte jedoch lediglich eine einzelne Regenbogenforelle, die sich zögerlich im Wasser unter ihm zeigte, woraufhin das Gelächter der Umstehenden noch einmal deutlich zunahm.
Weiter ging es zum Johnston Canyon, wo ein Wasserfall besichtigt werden konnte. Auch dieser präsentierte sich allerdings noch mehr oder weniger zugefroren. Zur Stärkung begaben sich unsere tapferen Naturfreunde dann in den Skiort Banff. Anschließend ging es noch vorbei am Bow River, bevor der Heimweg angetreten wurde.

Am Abend ging man fremd und erwarb Kenntnisse in einer bei uns eher unbekannten Sportart. Doch die Lacrosse-Begegnung zwischen den Calgary Roughnecks und den San Jose Stealth (Endstand 12-10) wurde im Rückblick sehr wohlwollend beurteilt und ihr ein hoher Unterhaltungswert attestiert.

In Edmonton erging es uns hingegen überwiegend vergleichsweise geruhsam. Wir steuerten zunächst die West Edmonton Mall, die größte Mall der Welt, an. Da dies an einem Samstag Nachmittag mit einer ebensolchen Fülle verbunden war, wie man es auch aus mitteleuropäischen Innenstädten her kennt, verloren wir nach ca. drei Stunden dort die Geduld und machten uns bereits auf zum Rexall Place, der Eishalle der Oilers.
Dort hatten wir dann zwar noch ca. drei Stunden bis zum Spiel zu überbrücken, die wir in einem Lokal verbrachten, aber zur Einstimmung war die Zeit an der sich langsam füllenden Arena recht angemessen.
Auf dem Weg zur Arena besichtigten wir so noch kurz das Commonwealth Stadium, in dem vor zwei Jahren noch das 'Heritage Game' zwischen Edmonton und den Canadiens aus Montreal unter freiem Himmel vor über 60.000 Zuschauern stattgefunden hatte. Der 'Rexall Place' selber präsentierte sich allerdings als eine eher unterdurchschnittliche NHL-Arena. Man merkte dem Stadion deutlich sein Alter an. Mit dem Komfort der modernen Arenen a la Vancouver, Dallas oder Denver kann sich eine solche Halle einfach nicht mehr vergleichen.
Trotzdem genossen wir den 4-1 Auswärtssieg der Flames an diesem Abend. Eine intensiv geführte Partie mit ordentlich Stimmung in der Bude bei einer 'Battle of Alberta', wann hat man schon einmal die Möglichkeit dort live dabei zu sein. Dementsprechend machten wir uns gegen Mitternacht dann auch völlig zufrieden auf den Rückweg nach Calgary. Besonders unser Oilers-Fan Andreas schien den Tag genossen zu haben, wenn seine Truppe auch die Punkte nicht in Edmonton behalten konnte.

Auf der Fähre nach Vancouver Island(oben) und beim Lacrosse-Spiel (unten)
Vor dem Rexall Place in Edmonton

Der Sonntag war dann für alle eher erholsam. Gemeinsam ging es für 20 Leute in den Mietvans zu zwei lokalen Shoppingmalls außerhalb der Stadt und zu diversen Fanartikelläden in der Vorstadt, während sich Knut erneut mit einigen Leuten auf den Weg machte, etwas Kultur vor Ort zu erleben.
Die Fahrt, diesmal ganz ohne Fahrzeugpanne, führte sie nach Drumheller, einer berühmten Fundstätte alter Dinosaurierskelette und anderer Fossilien.
Unterdessen brachte der Rest von uns in den Malls von Calgary seine Kreditkarten zum Glühen.

Montag morgen ging es dann gemeinsam zum Training der Calgary Flames in den Saddledome. Im Anschluss daran war großes Autogramme sammeln angesagt. Die in der Regel sehr fanfreundlichen Aktiven der Flames zeigten sich großzügig und erfüllten eigentlich alle Autogrammwünsche unserer Mitreisenden.
Sogar die Mehrheit der Superstars des Teams wie Jarome Iginla, Shane Donovan, Stephan Yelle oder auch Tony Amonte standen zur Verfügung. Lediglich Mikka Kiprusoff und Darren McCarty verweigerten unseren Lesern ihre Unterschriften.
Jedoch war die Autogrammjagd bei allen Interessierten insgesamt immerhin so erfolgreich, dass anschließend der Wunsch geäußert wurde, das Unternehmen am nächsten Tag gleich noch einmal zu wiederholen, nachdem zuvor im Fanshop für Nachschub an geeigneten Fotos, Pucks und Trikots zum Signieren gesorgt werden konnte.
Lutz und Ralf machten sich hingegen auf, die Olympiaanlagen und das dazugehörige Museum von den Olympischen Winterspielen des Jahes 1988 zu besichtigen.
Am Abend stand die Paarung zwischen den Flames und den Detroit Red Wings auf dem Programm. Ein echter Thriller, den die Gäste aus den USA am Ende knapp mit 2-1 im 'Shootout' für sich entscheiden konnten.

Am Dienstag, dem letzten Tag vor Ort in Alberta, ging es dann, wie von den Lesern gewünscht erneut zum Training der Flames. Abermals wurden im Anschluss daran Autogrammwünsche von den Aktiven der Flames erfüllt. Strahlende Gesichter bei den Mitreisenden wohin man auch sah.
Wolfgang, der sich im Vorfeld der Reise extra einige Authentic-Jerseys hatte anfertigen lassen, in der Hoffnung der passende Spieler könnte sie dann vor Ort unterschreiben, strahlte besonders: "Ich wäre ja schon zufrieden gewesen, wenn ich ein Trikot unterschrieben bekommen hätte, aber das es gleich bei allen dreien, und sogar mit persönlicher Widmung, geklappt hat, das ist wirklich der Wahnsinn!"

Doch nun hieß es nach zwölf Tagen langsam Abschied nehmen, denn am Nachmittag ging bereits unser Flieger zurück nach Frankfurt. Trotz zunächst übler Wetterprognosen hatten wir bis zum Ende nicht einen einzigen Regentag dabei.
Zwölf ereignisreiche Tage im Westen Kanadas lagen nun hinter uns. Für jeden Geschmack war wieder etwas dabei.

Wir würden uns freuen wenn es euch wieder so gut gefallen hat wie uns!

Ein Dankeschön gilt daher wieder unseren tollen Teilnehmern:
Lutz und Ralf aus Magdeburg, Wolfgang (Renningen), Daniel (Hamburg), Frank und Andreas aus Essen, Martin und Roberto aus Ludwigsburg, Torsten (Gardelegen) und Michael (Samswegen), Björn und Karsten (Herne), Stefan (Pulheim) und Lutz (Leverkusen), Knut und Sandra aus Zittau bzw. Neugersdorf, unseren ‚Lauterern' Markus und Marco, Reik (Quickborn) und Albert (Lechbruck), Mirco und Steffen aus Heiligenhaus bzw. Elsterwerda und natürlich Aggi (Ribbesbüttel).

Ein besonderers Lob auch diesmal wieder an Frau Bettina Stratmann vom Reisebüro 'Centralflug' in Nürnberg, für die erneut tolle Organisationsarbeit und Unterstützung im Vorfeld der Reise.

Wir freuen uns schon auf das nächste Mal, wenn es wieder heißt: "Eishockey.com goes North America!"

Alle Fotos von Teilnehmern und der Redaktion.

Lesen Sie auch den Reisebericht unserer Dallas/Denver-Reise (2004).

Lesen Sie auch den Reisebericht unserer New York/Philadelphia-Reise (2003).

Lesen Sie auch den Reisebericht unserer Kalifornien-Reise (2003).

Lesen Sie auch den Reisebericht unserer Toronto/Boston-Reise (2002).

Lesen Sie auch den Reisebericht unserer Vancouver-Reise (1999).


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