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NHL - LESERREISE 2003

Da geht noch was!
von Stefan Herget

Gruppenbild mit Ente vor dem Pond of Anaheim
Wer geht, was geht oder wie geht's? Das Wort 'Gehen' hat in seinem Ursprung mehrere Bedeutungen. Zunächst einmal die eigentliche für Laufen bzw. die Fortbewegungsart. Aber auf der anderen Seite kann man es sich genauso gut gehen lassen, also den Sinn, dass nicht jemand geht, sondern die Frage nach dem Wohlbefinden, nämlich wie es jemanden geht. Bleibt schließlich die letzte und in diesem Zusammenhang wichtigste Auslegung: Etwas geht. Eine Sache geht. Damit ist kaum gemeint, dass sich ein Gegenstand bewegt. Nein, vielmehr bewegen sich die Erlebnisse, die in unseren Gehirnen haften bleiben. Wenn etwas geht, dann sind damit meist positive Erinnerungen verbunden, die man nicht so schnell vergißt.
Bevor Sie mich für verrückt erklären und aufhören diesen Reisebericht (ja darum soll es sich handeln) zu lesen, will ich das theoretische Gequatsche beenden. Trotzdem möchte ich erklären, warum ich diese Einleitung gewählt habe. Die NHL-Leserreise 2003 nach Kalifornien wird für die Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Der vom Mitreisenden Frank, übrigens einer, der wie Reik (Hasek39) schon 2002 dabei war, initiierte Spruch 'Da geht noch was' könnte das nicht besser ausdrücken, was über elf Tage hinweg in Sachen NHL zu erleben war. Aber lassen Sie mich eines nach dem anderen erzählen.

Für einen unserer Gruppe begann die Reise schon mit dem Abflug ein Erlebnis zu werden. Unser zweitjüngster Teilnehmer Markus (MCG) aus Bremen wurde Opfer der Unpünktlichkeit seines Anschlussfluges und die Reiseleitung wartete vergebens in Frankfurt, dass er den Überseeflug noch schaffen würde. Sein erster Transatlantikflug führte ihn schließlich nicht wie den Rest von Frankfurt über Chicago nach San Jose, sondern er wurde umgebucht und direkt nach San Francisco geflogen. Das Team von United Airlines nahm den Auftrag ihn in San Jose abzuliefern, leider etwas zu wörtlich und anstatt ihn dort aussteigen zu lassen, um die restlichen 40 Kilometer gen Süden mit dem Zug oder Taxi zurückzulegen, wurde unser Markus, nachdem es aufgrund der Kürze nach San Jose keine Flugverbindung gibt, in den Flieger nach Los Angeles mit Umsteigen in die Maschine nach San Jose gesetzt. So kam er dann doch erst gute vier Stunden nach der Gruppe wohlbehalten im Hotel an.
Während dessen genossen die Anderen die amerikanischen Zoll- und Einreiseformalitäten. Die Pass-Abfertigung ging äußerst flott und alle hatten gute Vorarbeit geleistet, als die Dame hinter dem Schalter mich als Letzten nur noch grimmig fragte, ob ich auch NHL gucken will und meinen Pass daraufhin ohne weiteren Kommentar abstempelte. So gleich mussten weitere Verluste verzeichnet werden. Karstens Koffer ging irgendwo verloren und Frank war sichtlich überrascht als beim Warten auf das Gepäck der Beagle eines Grenzers schwanzwedelnd an seinem Rucksack Halt machte, weil sich darin noch eine Wurstsemmel befand, die umgehend (Frank vermutete zum Eigenverzehr!?) beschlagnahmt wurde, nachdem die Einfuhr von Esswaren verboten ist. Nach weiteren intensiven Kontrollen der Flugsicherungsbehörde TSA wurde der Anschlussflug nach San Jose planmäßig, aber gerade noch erreicht. Die Letzten wurden von der 'Eincheck-Dame' jubelnd begrüßt.

Am Zielort angekommen, wurden wir sogleich von unserem Shuttle zum Hotel, dem Travelodge San Jose Sports Arena, unweit vom HP Pavilion, gebracht. Jana (Maja), die mit ihrem Freund Torsten (Chelios) das Zimmer neben mir und Bernd hatte, brachte die erste 'Beschwerde' vor: Es gäbe in ihrer Toilette keine Klobürste, worauf ich ihr erklären musste, dass so etwas in den USA eher unüblich ist. Sofort kam die Idee auf, dass es sich hierbei wohl um eine Marktlücke handle, mit der viel Geld zu verdienen wäre. Trotz der Zeitumstellung und der Müdigkeit um mittlerweile 20 Uhr Ortszeit wanden wir uns aber noch anderen Themen zu und so wurde noch ein Absacker in der nahegelegenen Sports Bar eingenommen.

Die Golden Gate Bridge hatte sogar der Schweizer Simultandolmetscher gekannt.

Am anderen Morgen begrüßte die Gruppe zum Treffpunkt früh um 7.20 Uhr Markus in ihren Reihen, der von seiner Flugtour einiges erzählen konnte. Die Gruppe machte sich mit dem Zug nach San Francisco auf. Angekommen wartete auch schon unser Bus für eine dreistündige Sightseeing Tour in deutscher Sprache, wie wir eigentlich erwartet hatten. Doch unser deutschsprachiger Reiseführer entpuppte sich nur als Übersetzer des amerikanischen Busfahrers. Überhaupt, was heißt hier deutschsprachig: Der Schweizer legte einen für die Nationalität gewohnt langsamen Dialekt wie Emil in seinen besten Zeiten hin, so dass er schlechter zu verstehen war als der Busfahrer selbst. Während der Chauffeur vieles erklären konnte, stieß der Emil-Verschnitt häufig an die Grenzen seiner Fähigkeit als Führer. "Hier links sehen Sie das Chinesische Museum", verkündete er im Brustton der Überzeugung, dass es noch dort stehen würde, wo es einst einmal war und jetzt nur noch eine Baugrube zu finden war. Auch mit den Jahreszahlen nahm er es nicht so genau, indem er bemerkte, dass sich irgendwann im 19. Jahrhundert die Italiener ansiedelten. Was soll's, alle hatten dadurch viel Spaß.

Jana mit dem Objekt (Torsten) vor dem Objekt (Painted Ladies) ihrer Begierde.

Als Geheimtipp sollte sich der Vorschlag von Jana die 'Painted Ladies' anzusehen, erweisen. Natürlich dachten vor allem die Männer an nackte bemalte Frauen und waren mit dem Vorschlag sofort einverstanden. Es handelte sich jedoch nur um ein paar Holzhäuser im viktorianischen Stil, wobei die Aussicht auf die Downtown dort für einiges Vorgestellte und nicht Eingetretene doch entschädigte.
Die anschließende Zeit zur freien Verfügung wurde ebenso wie am nächsten Tag dazu genutzt, San Francisco noch näher zu erkunden. Manche trugen ihr ausgesprochenes Talent zu Tage ausgewählte Gruppen mit hervorragenden Studium der Stadtpläne sicher durch die City zu führen. Michael (LAHomeboy) wurde aufgrund seiner Qualitäten in dieser Richtung, die er sich wohl in seinem Wiener Alltag erworben hat, zum Beispiel zum Papa Schlumpf als Anführer der unwissenden Zwerge ernannt. Komisch, dass er diesen Titel unverständlicherweise, aber bescheiden wie er ist, ablehnte.
Natürlich durfte auch eine Fahrt mit der weltberühmten Cable Car über die Berge und Täler der Stadt nicht fehlen. Wahrscheinlich aufgrund der Tatsache, dass sich Christian (Iceman) mit seinem nicht geringen Gewicht zu sehr nach außen lehnte, sprang der Wagen bei der zweiten Abfahrt aus den Schienen und wir hatten notgedrungen einen Aufenthalt von fast dreißig Minuten zu überbrücken bis uns ein Abschleppwagen wieder ordnungsgemäß in die Laufbahn beförderte.

Wir erreichten trotzdem noch pünktlich San Jose und freuten uns auf das erste NHL-Spiel der Sharks gegen die Detroit Red Wings. Unsere Detroit-Fans Björn und Steffen waren viele Kilometer gereist, um erstmalig ihr Team live zu sehen und wurden angesichts der Tatsache enttäuscht, dass den Red Wings nicht einmal ein Treffer gelang (selten genug) und San Jose mit 3-0 gewann. Doch damit nicht genug, denn beim anschließenden Marsch durch die Innenstadt musste sich Björn in seinem Wings-Dress etliche 'Sharks-' und 'Detroit sucks-' Rufe aus vorbeifahrenden Autos anhören. Zum Spießrutenlauf wurde dann das Vorbeigehen an einer Jugenddisco vor der etliche Jugendliche diverse Sachen rauchten und Björn mit einigen für die Gruppe 'lustigen' Sprüchen bearbeiteten. Zu Ausschreitungen kam es aber leider..., ähh Gott sei Dank nicht.
Ungestört konnten noch ein oder zwei Gute-Nacht-Trünke in Gordons Beer Brewery eingenommen werden. Für manchen war das aber etwas viel. So wurde von Iceman massiv die öffentliche Einrichtung beschädigt, indem er einen Wasserhydranten ohne Rücksicht auf Verluste hemmungslos überrannte. Das Metallgebilde erwies sich aber unverständlicherweise als hartnäckiger und fügte Iceman einen Cut am Schienbein zu. Bernd wollte dem in Nichts nachstehen und legte an einer Bordsteinkante einen mehrfachen Telemark hin.

Den nächsten, einen NHL-freien Abend nutzten Torsten und Ralf, um sich ein Vorbereitungsspiel der Major League Baseball zwischen den San Francisco Giants und den Texas Rangers anzusehen, während ein anderer Teil zum Arena Football im HP Pavilion zwischen den San Jose Sabercats und den Carolina Cobras gingen. Der junge Amerikaner schräg vor uns war alleine das Eintrittsgeld von 15 US-Dollar wert, denn wir amüsierten uns kräftig über ihn. Bei jeder Szene schrie er wie ein Irrer und tanzte wie ein Verrückter.

Marco Sturm erfüllte bereitwillig die Autogrammwünsche der Gruppe. (oben) und auch vor dem Hotel der Dallas Stars konnte Christian seine Sammlung ergänzen (unten)

Am nächsten Morgen hatten wir ein Treffen mit Marco Sturm arrangiert. Dem 24 Jahre jungen NHL-Spieler aus Dingolfing machte es sichtlich Spaß der Gruppe Autogramme zu geben und Fotos zu machen. Marco begeisterte alle durch seine natürliche und umgängliche Art. Besonders Sharks-Fan Alexandra (MaPaTe-SJS) war sichtlich überwältigt und zitterte trotz ihrer 32-jährigen Lebenserfahrung wie eine Teenagerin als sie ihrem Idol gegenüber stand. Als sie merkte, dass sich die anderen darüber etwas amüsierten, sagte sie nur trocken: "Hey Leute, was wollt ihr von mir, ich bin seit Jahren Sharks-Fan." Es war schön anzusehen, welche Freude sie an dem Treffen hatte.
Ein paar Teilnehmer hatten zufällig mitbekommen, in welchem Hotel die Dallas Stars Spieler abgestiegen waren und ließen sich vor dem Meeting mit Sturm am Eingang ihre Trikots mit Unterschriften wie Sergei Zubov oder Ulf Dahlen schmücken.
Der Rest des Tages wurde gemütlich in San Jose verbracht. Nachmittags schauten die Avs Fans Daniel (Locke), Wolfgang (AVSForever) und Torsten (Peter The Great) zur Einstimmung auf die abendliche Partie in ESPN gemeinsam den 6-1 Erfolg ihrer Mannschaft gegen Phoenix an.

Am Abend stand dann das zweite Match der Sharks gegen die Dallas Stars an. Die rasante, interessante und abwechslungsreiche Partie bescherte uns NHL-Eishockey vom Feinsten. Unsere Gruppe machte sich im Stadion deutlich bemerkbar und feuerte Marco Sturm und die Haie lautstark an. Frankys Tanzeinlagen, die alles übertönenden 'SSSSSSSSSHHHHHHHHAAAAAAARRRRRRRKKKKKKKKSSSSSSSSS' Rufe, sowie Bernds Kurzlieder a la 'Vier Mann sind genug' brachten auch die anderen Zuschauer auf dem Block in Wallung. Marco setzte dem Ganzen die Krönung auf, indem er zwei Treffer erzielte und damit die ersten 100 Tore in seiner NHL-Karriere perfekt machte. Schade, dass die Schiedsrichter einen Treffer von Teemu Selanne in der allerletzten Sekunden nicht mehr gaben und damit die fällig gewordene Verlängerung verweigerten. So behielten die Stars mit 4-3 die Oberhand.
Ich begab mich in die Kabine, um Marco zu gratulieren, dass er als erster Deutscher 100 Tore in der NHL geschafft hatte. Seine Antwort überraschte mich dann doch etwas: "Ach ja, jetzt weil du es sagst. Ich habe gar nicht mehr daran gedacht." Wir konnten uns das Lachen darüber nicht verkneifen. "Aber es stimmt, es ist etwas besonderes und keiner hätte wohl gedacht, dass ich es so schnell erreichen kann", fuhr er fort und richtete außerdem Grüße an die Gruppe: "Ihr habt mich toll unterstützt und könnt gerne wiederkommen."
Während dessen ging die Party vor dem HP Pavilion erst so richtig ab. Franky quatschte die vorbeilaufenden Leute an und fragte: "Hey Guys, do you know the wave?" Die Gruppe schaffte es dadurch mit mehreren Wellen auf dem Gehsteig eine hervorragende Stimmung zu verbreiten.

Trotz des frühen Abflugtermines am nächsten Morgen lief alles planmäßig, so dass wir pünktlich in Los Angeles eintrafen. Das Hacienda Hotel in der Nähe des Flughafens stellte sich aufgrund seiner hervorragenden Lage zu Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, einer Sportsbar, sowie dem Trainingscenter der Kings um die Ecke als sehr gute Unterkunft heraus. Nur Jana hatte wieder etwas zu 'bemängeln'. Ich konnte mich dieses Mal nicht damit herausreden, dass es so etwas in den USA nicht gibt, denn ein Fön gehört wohl auf ein Hotelzimmer und dieser fehlte bei ihr. Vielleicht lag es an der Tatsache, dass Bernd und ich aufgrund unserer 'üppigen Behaarung' ein derartiges Gerät nicht benötigen, dass wir das 'Problem' zunächst als gering einstuften. Doch Jana ließ nicht locker bis sie den 'lebensnotwendigen' Heiße-Luftspender geliefert bekam. Wahrscheinlich hatte sie dem Hotelmanager ein Ultimatum gestellt, ehe sie Amok gelaufen wäre. Beim fehlenden Kühlschrank konnte ich ihr nur den Tipp geben, sich massenweise kostenlose Eiswürfel aus den dafür vogesehenen Maschinen zu holen und ihre Getränke im Waschbecken zu kühlen. Ein Vorschlag, der sie doch sichtlich erstaunte, sich aber als äußerst praktikabel erwieß.

Mit vier Minivans (ohne Auto ist man in L.A. schließlich aufgeschmissen) starteten wir unsere erste Tour mit einem kurzen Umweg über Long Beach und der herrlichen Aussicht auf die berühmten Strände von L.A. gen Anaheim. Um 17 Uhr erwartete uns die Begegnung der Mighty Ducks gegen die Vancouver Canucks. Aufgrund des Kampfes um die Krone in der Northwest Division zwischen den Kanadiern und Colorado auch für die Avs-Fans ein interessantes Spiel. Reik als Canucks Sympathisant hielt dagegen, zog aber nach dem 1-3 seiner Mannen den Kürzeren. Anaheims schweizer Ersatztorhüter Martin Gerber feierte 41 Saves und wurde zum Matchwinner. Aufgrund des Familiennachmittags befanden sich zahlreiche Kinder im weiten Runden, die mit den ausgeteilten Pump-Sticks für eine ordentliche, für manchen jedoch etwas nervige Stimmung sorgten.

Nach der Rückkehr zum Hotel wurde von einigen die nahe Sportsbar 'Stick and Stein' getestet, die zwar keine warme Küche mehr, aber das ein oder andere kalte Bierchen noch bieten konnte.

Im Trainingscenter der Mighty Ducks.

Nach einer kurzen Nacht teilte sich die Gruppe früh auf. Zwei der drei Frauen überzeugten eine Männergruppe sie zum Shoppen zu begleiten und deshalb führte deren Weg in eine nahegelegene riesige Einkaufsmall. Die Anderen fuhren erneut nach Anaheim, um ab 9 Uhr in Disney Ice dem Training der Mighty Ducks zuzusehen. Dort war überraschend wenig los und es konnten aus unmittelbarer Nähe viele Fotos gemacht werden. Der ein oder andere NHL-Star war auch nicht abgeneigt Autogramme zu geben. So ließ Christian sein Ducks-Trikot mit der 77 von Adam Oates signieren. Auch der von mir angesprochene und interviewte Martin Gerber gab bereitwillig Autogramme. Als Trainer Mike Babcock schließlich noch aus der Kabine kam und hörte, dass wir uns nicht in Englisch unterhielten, mischte er sich auch unter die Gruppe und unterschrieb ein paar Utensilien, wie Pucks.
Nach diesem äußerst erfolgreichen Abstecher, suchten wir ebenfalls das Einkaufszentrum auf, um genauso unsere Kreditkarten zu strapazieren. Angesichts der ungewohnt heißen 31 Grad Celsius bei prallen Sonnenschein außen, waren die Temperaturen innerhalb angenehm. Ein Sportladen namens Pin City hat gerüchteweise seit dem 'Überfall' durch unsere Gruppe wegen Reichtum geschlossen und der Besitzer befindet sich im Urlaub auf Hawaii. Seine Auswahl an Fotos, die er äußerst repräsentativ verarbeitete, fand den Anklang bei fast allen und so musste er auf Hochtouren arbeiten.
Irgendwann gelang es schließlich doch noch alle loszueisen und gemeinsam ging die Fahrt Richtung Toys'R'us, wo sich einige McFarlane Figuren ergattern wollten. Als wir plötzlich - geführt von Mathias (bleed_blue.at) - in einem Kids'R'us standen, staunten die Verkäuferinnen ungläubig, was wir hier nur wollten. Es klärte sich schnell auf und sie verwiesen uns an den nächsten Toys-Laden, der nur ein paar Meilen weiter lag.
Am Abend stand für 13 Teilnehmer noch das NBA-Spiel der Lakers gegen die Memphis Grizzlies auf dem Programm. Alle wähnten sich schon am Ziel, als wir mit unseren zwei Fahrzeugen das Staples Center passierten. Doch ich verweigerte aufgrund der Gebühr von 30 Dollar die Einfahrt in die naheliegenden Parkplätze und drehte ein paar Runden um den Block bis ich schließlich zwei freie Parklücken am Straßenrand fand. Der Fahrer des zweiten Vans Frank fragte mich, ob das wohl mein Ernst sei und amüsierte sich prächtig darüber, als er feststellte, dass die Parkuhr nur einen Dollar kostete und ab 18 Uhr frei zu parken war. Das Basketball-Spiel wurde von den Lakers um Shaquille O'Neal und Kobe Bryant dominiert und die Tatsache, dass sie deutlich gewannen, geriet angesichts der begeisternden Auftritte der feschen Lakers-Girls in den Hintergrund. Die Autos standen auch nach der Rückkehr zur Überraschung einiger noch an ihrem Platz.

Beim Besuch der Waterworld-Show in den Universal Studios.

Den kompletten Dienstag verbrachten wir bei erneut strahlenden Sonnenschein in den Universal Studios Hollywood. Alle amüsierten sich prächtig bei den zahlreichen Aktivitäten.
Die vier Van-Fahrer, Frank, Wolfgang, Bernd und meine Wenigkeit hatten es nicht immer einfach sich auf den endlosen Freeways der Stadt zurecht zu finden. Die ein oder andere Ehrenrunde, die der gesamte Konvoi aufgrund der gelegentlichen Wahl der falschen Auf- und Abfahrt durch mich zurücklegte, wurde locker weggesteckt und war Quelle für neue Scherze und Witze, die allerdings ich auszubaden hatte. Eine Stadtrundfahrt der besonderen Art legten Frank und Wolfgang auf dem Rückweg von den Studios hin. Weil sie bei der Ankunft den teueren, näher am Eingang gelegenen Parkplatz nutzten (ich hatte mal wieder den billigen gewählt!), verfehlten wir uns bei der Ausfahrt. Nach einer Irrfahrt über sämtliche Freeways kamen sie trotzdem, wenn auch eine Stunde nach uns, am Hotel an. Wo sonst sollte der Abend ausklingen, als bei 'Stick and Stein'. Michael als LA Kings Fan war schwer enttäuscht, als uns der Barkeeper zu fortgeschrittener Stunde erzählte, dass vor kurzem Kings-Trainer Andy Murray mit ein paar jungen Spielern zu Gast war und wir ihn nur knapp verfehlten. Die Miene von Michael sollte sich schon 24 Stunden später wieder deutlich aufhellen.

Vor der Partie Colorado-Los Angeles gab es zwei Fanlager.

Vor der Partie der Los Angeles Kings gegen die Colorado Avalanche am Mittwoch wurden die üblichen touristischen Ziele der Stadt abgehandelt. Zunächst fuhren wir nach Hollywood mit dem berühmten Walk of Fame auf dem Hollywood Boulevard. Auch Fotos vom Schriftzug über der Stadt durften nicht fehlen. Des weiteren widmeten wir uns dem Glamour von Beverly Hills und Bel Air. Vom Mulholland Drive aus konnten in der Ferne einige Villen begutachtet werden. Anschließend fuhren wir über die Einkaufsstraße Rodeo Drive und dem aus Film und Fernsehen bekannten Sunset Boulevard Richtung Malibu hinaus. Dort ergab sich die Möglichkeit erstmals die Füße im Pazifik zu baden. Unsere letzte Station vor dem Staples Center war Venice Beach, wo die Geschäfte an der Strandpromenade zwar geöffnet hatten, aber wie wir unter dem vorherrschenden starken Wind litten.
Dieses Mal steuerte ich am Staples Center zur Freude der Gruppe nicht die Parkuhr, sondern einen näher gelegenen, dennoch günstigen Parkplatz an. Es bildeten sich zwei richtige Fanlager, denn Sechs in Kings-Trikots standen Fünf in Avs-Trikots gegenüber, wobei Lutz ohne Jersey ebenfalls bekennender Avs-Fan war. Auf der anderen Seite drückte Reik angesichts des Zweikampfes der Avs mit den Canucks ebenso den Kings die Daumen. Dieses Mal sollte er auf der Siegerseite stehen, denn das Heimteam gewann mit 5-3 und raubte Colorado somit fast alle Chancen auf den Divisionstitel.
Somit musste auf der einen Seite einiger Frust, aber auch Jubel auf der anderen Seite bei 'Stick and Stein' heruntergespült werden. Michael entdeckte als Erster, dass am Billardtisch nicht weit von uns, einige Kings-Spieler wie Felix Potvin, Chris McAlpine und Steve Heinz die Kugeln rollen ließen. Nur unweit daneben saß Trainer Andy Murray mit seinen Söhnen in lockerer Runde. Michael ging mit Gerulf (Miro81) sofort auf Autogrammjagd, die ohne Probleme erfüllt wurden. Im Nebenraum saßen u.a. noch Lubomir Visnovsky und Ziggy Palffy, die sich sogar zu einem Gruppenfotos aufstellten. Eisbären Berlin-Fan Steffen hatte die Gelegenheit genutzt, sich länger mit Murray zu unterhalten, nachdem dieser 1993/94 bei den Eisbären gecoacht hatte. Der Höhepunkt war schließlich als der Trainer zu uns an den Tisch kam und sich auf Deutsch bei Torsten, der in seinem Forsberg Trikot noch etwas enttäuscht dort saß, für den heutigen Kings-Sieg entschuldigte.
Bedauerlich war nur, dass Kings-Fan Arne von den Jungs aus Herne (Arne, Karsten (8Five), Björn; auch vierte Reihe genannt) sich gegen einen Besuch der Bar und lieber für einen längeren Schlaf entschieden hatte. Er hätte sich am nächsten Morgen sonst wohin beißen können, als er erfuhr, was ihm durch die Lappen ging.

Ein Besuch beim Training der 'Avs' stand auch auf dem Programm (oben). Wärmer war es in der Sea World von San Diego (unten).

Am Donnerstag kamen schließlich die Avs-Fans auf ihre Kosten. Ein Van mit Bernd fuhr nach San Diego, um einigen den Besuch der Sea World zu ermöglichen. Der Rest suchte das nahegelegene Kings Trainings-Center auf, um der Übungseinheit der Avalanche beizuwohnen. Dort war die Mannschaft aber wesentlich besser abgeschirmt, als in Anaheim und ich benötigte einige Überzeugungskraft bei den Aktiven, damit die Gruppe auch in den Genuss des Kontaktes mit Spielern kam. Zuerst stellten sich Michael Haynes und Norm Jones vom Avs-Radio vor. Interessant für einige, diejenigen vor sich stehen zu haben, die sie häufiger über Internet hören. Norm erklärte sich sofort bereit, einige Spieler zu holen und brachte als Erstes Trainer und Spielerlegende Tony Granato heraus, der sich in seiner lockeren Art unterhielt, Fotos machte und Autogramme gab. Ihm folgten noch Scott Parker und Dan Hinote. Leider stand der Schweizer Torhüter David Aebischer nach dem Training etwas unter Zeitdruck und wurde vom Management gedrängt, so dass er sich nicht mehr zeigen konnte. Auch Peter Forsberg erteilte mir bedauerlicherweise eine Absage zur Gruppe zu gehen, erfüllte mir jedoch ein paar Autogrammwünsche, ebenso wie Patrick Roy, der wenigstens ein Bild signierte. Am Bus ergatterten einige dann noch weitere Unterschriften, so zum Beispiel von Joe Sakic und Milan Hejduk.

Bjoern genehmigt sich einen 'Pokal' Bier im 'Stick and Stein'

Den Nachmittag ließen dann alle gemütlich ausklingen. Zuvor schauten wir noch am alten Kings-Stadion, dem Great Western Forum vorbei. Candy und Marco nutzten die Zeit danach, um die Downtown noch etwas unsicher zu machen, ansonsten wurde nach einem ausgiebigen Mahl bei 'Sizzler' unser Stammlokal angesteuert. Ab 17 Uhr begannen die NHL-Übertragungen auf teilweise bis zu vier Fernseher gleichzeitig. Die Biergläser, die in ihrer Form an einen Pokal erinnerten, mussten bis zur hereinbrechenden Nacht vom Barkeeper mehrmals gefüllt werden. Iceman ging schließlich als 6 1/2-facher Pokalsieger über die Ziellinie, dicht gefolgt von Frank und der vierten Reihe. Arne wartete noch vergeblich auf Kings-Aktive, die sich aber längst auf einem Auswärtstrip in Calgary befanden.

Der letzte Tag wurde noch einmal zum Einkaufen genutzt und sieben wackere Erlebnishungrige mit den 'Altersvorständen' Olli und Graziano hatten noch nicht genug und machten 'Disneyland' unsicher. In der abendlichen Partie der Mighty Ducks gegen die Colorado Avalanche hatten auch noch die Avs-Fans Grund zu feiern, denn zehn Sekunden vor Ende der Verlängerung und dem Verlust der Divisionsmeisterschaft gelang Hejduk der Siegtreffer zum 4-3, der gebührendlich gefeiert wurde.
Bei der Rückfahrt hätten fast noch Probleme mit den Ordnungshütern bekommen, als Bernd und ich an der Ampel einen kleinen Beschleunigungstest gegeneinander absolvierten, doch unweit von uns seitlich ein Polizeiauto stand. Wir nahmen ihn aber noch rechtzeitig wahr und das Gelächter in beiden Fahrzeugen war groß, als der Streifenwagen uns nicht folgte.

Die gesamte Gruppe am letzten Abend im Hazienda Hotel von L.A.

Im Hotel zurück wurde noch das obligatorische Gruppenfoto geschossen und die Teilnehmer überreichten Bernd und mir jeweils ein Abschiedsgeschenk, das einen entsprechenden Platz erhalten wird und für immer ein tolles Andenken an die Tage mit dieser phantastischen Gruppe sein wird.
Pünktlich erschienen fast alle zur Abfahrt zum Flughafen am nächsten Morgen. Nur Markus und Daniel mussten aus dem Schlaf gerissen werden, was aber angesichts des eingerechneten Zeitpuffers kein Problem darstellte.

So traten wir die Rückreise nach zehn erlebnisvollen Tagen an. Positiv war außerdem, dass uns gegenüber trotz des Irak-Krieges und des angespannten Deutsch-Amerikanischen Verhältnisses in der Politik keine Feindlichkeit zu spüren war.
Unser Dank gilt der gesamten Gruppe, die wieder einmal bestens miteinander auskam, besonders aber Frank und Wolfgang, die sich jeweils als Fahrer eines Vans zur Verfügung gestellt hatten. Ebenso gebührt Lob Frau Bettina Stratmann vom Reisebüro Centralflug Nürnberg, die uns bei der Vorbereitung und Durchführung der Reise wieder tatkräftig zur Seite stand.

Damit ist die Geschichte aber nicht zu Ende, denn es kann in der Saison 2003-04 nur heißen: Eishockey.com Leserreisen, to be continued... oder frei nach Frank: Da geht noch was!

Alle Fotos von Teilnehmern und der Redaktion.

Lesen Sie auch den Reisebericht unserer Vancouver-Reise.

Lesen Sie auch den Reisebericht unserer Toronto/Boston-Reise.


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Noch eine Information für alle, die durch diesen Bericht Lust bekommen haben: Die nächste NHL-Reise 2003-04 von Eishockey.com wird ab Juli in die Planungen gehen. Interessenten können sich schon jetzt vormerken lassen und werden informiert sobald es konkret wird. (sth)

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