Riesenfreude bei den Kings

Großer Jubel in Los Angeles nach dem Stanley Cup Sieg 2014. Stimmen zum Spiel.

Der Stanley Cup Champion 2014 heißt Los Angeles Kings. Die begehrteste Eishockeytrophäe der Welt geht somit zum zweiten Mal innerhalb der letzten drei Jahre nach Hollywood.
Eine knappe Viertelstunde war in der Verlängerung gespielt, als Alec Martinez einen schnellen Gegenangriff der Kings einleitete und dann den Rebound, nach einem Schuss von Tyler Toffoli, mit dem 3-2 Siegtreffer zum Stanley Cup Gewinn versenkte. Das längste Spiel in der Geschichte der Kings endete mit einem Happy End.

„Wir hatten die Scheibe im eigenen Drittel bekommen, dann wollte ich sie zu einem unserer Stürmer abgeben, damit die ihren Job verrichten können. Ich war mir nicht sicher, wer es war, der in Richtung Tor zog, doch Toffoli hat es mit seinem Schuss ins lange Eck klasse gemacht. Ich hatte Glück, dass die Scheibe direkt auf meinen Schläger kam und ich sie nur noch einschieben musste“, schilderte der frisch gekürte Stanley Cup Gewinner die Szene und fügte hinzu: „Das geht so schnell. Man versucht einfach nur den Schläger dranzubekommen und das Ding ins Netz zu hauen. Was dann geschah, daran erinnere ich mich nicht. Ich glaube ich habe meine Ausrüstung weggeworfen, dann liefen sie alle auf mich zu und ich hatte keine Luft zum Atmen. Dabei geht es gar nicht um mich sondern um die L.A. Kings und die Jungs in der Kabine. Wir haben etwas Besonderes vollbracht. Wir wussten, dass wir eine gute Mannschaft haben, jetzt wissen wir, dass wir ein großartiges Team sind. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen – das ist so surreal. Ich bin einfach nur überglücklich und freue mich für Alle.“

Es war bereits der dritte Game Winner in den diesjährigen Playoffs des 27-jährigen Verteidigers. Sowohl in der zweiten Partie gegen die Ducks, wie auch in Spiel 7 des Western Conference Finales gegen Chicago war er der Mann für die entscheidenden Tore. „Ich mutmaße, dass er unser Zauberer ist. Er spielt jedes Mal unglaublich. Ich kann das gar nicht oft genug über ihn sagen“, freute sich Kings Center Trevor Lewis.

Aussagen, wie jene von Jarret Stoll, untermauern, dass bei den Kaliforniern auch menschlich das Mannschaftsgefüge stimmt: „Wir treiben uns gegenseitig an. Das beginnt mit unserem Trainer, der uns immer wieder Druck macht, dann haben wir großartige Führungsspieler und jeder von uns legt sich mächtig ins Zeug.“

L.A.’s Stanley Cup Triumph war auch eine Energieleistung, wie sie bisher in der NHL nicht vorgekommen war. Zum ersten Mal in deren Historie konnte eine Mannschaft, die 26 Playoffpartien zu absolvieren hatte, am Ende auch den Cup in die Höhe hieven. Hierbei nicht zu unterschätzen ist der Anteil den ihr Headcoach Darryl Sutter daran hat. Er ist nicht nur ein herausragender Stratege, sondern eben auch ein Motivationskünstler. An die Szene, die zum Titelgewinn führte, kann er sich nach eigenem Bekunden nicht erinnern: „Ich konnte das Tor nicht sehen.“ Er ließ prompt die Analyse folgen: „Zu einem solchen Zeitpunkt, sind die Spieler schon ziemlich müde, jeder muss für 20 oder 30 Sekunden aufs Eis. Da ist es selbstverständlich, dass es in der Overtime zu Höhen und Tiefen kommt. Ich glaube aber, dass wir die gesamte Partie hindurch vom ersten bis zum 30. Shift konstant gut gespielt haben.“

Jeff Carter konstatierte nach der Partie: „Das war wirklich hart. Wir mussten ganz schön baggern und kämpfen, um nach mehreren auf und ab am Ende mit diesem Sieg belohnt zu werden.“ Justin Williams, der Torschütze zur 1-0 Führung, dem als wertvollster Spieler der Playoffs die Conn Smythe Trophy überreicht wurde, sprach davon, dass er dieses Gefühl gar nicht in Worte fassen könne, doch dass dieser Cupgewinn, angesichts dessen wie das Jahr verlaufen ist, einzigartig sei.

Bei allem Jubel sollte man auch nicht den Finalgegner der Kings vergessen, die New York Rangers, bei denen die Enttäuschung über die verpasste Chance sicherlich groß ist, die sich aber über die gesamten Playoffs hinweg mehr als gut und teuer verkauft haben. In den fünf Begegnungen des Stanley Cup Finales zogen sie dreimal erst in der Verlängerung den Kürzeren. Kurz nach der heutigen Niederlage war die Stimmung bei den Blueshirts verständlicherweise am Tiefpunkt. Rangers Verteidiger Marc Staal schilderte seinen Gemütszustand so: „Man kommt so weit, man arbeitet so viel als Gruppe, als Team und dann verfehlt man das Ziel und fällt so tief. Ich habe mich noch nie so schlecht gefühlt. Es gibt kein schlechteres Gefühl für einen Eishockeyspieler.“

Etwas gefasster drückte es New Yorks Schlussmann Henrik Lundqvist aus: „Ich wusste schon als die Finalserie begann, dass sie mit Tränen enden wird, entweder mit Tränen der Freude oder mit Tränen der Trauer. Das ist wirklich so hart.“

Trost spendete Rangers Cheftrainer Alain Vigneault seinen Spielern: „Wir haben unser Bestes gegeben. Jeder hat einen enormen Aufwand betrieben. Ich bin sehr stolz auf das Team und ihre Leistung.“

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Beide Finalisten haben uns spannende Spiele geboten, in denen häufig nur Kleinigkeiten oder in denen, angesichts der zahlreichen Pfostentreffer, nur Millimeter über Sieg oder Niederlage entschieden, die zum Schluss aber mit den Los Angeles Kings einen würdigen Stanley Cup Champion 2014 herausbrachten.

Dieser Artikel erscheint auch auf NHL.com/de

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