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nr.131 / mai. 2009 

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PLAYOFFVORSCHAU
 
Conference Finale

von Robin Patzwaldt und Bernd Rösch

DETROIT RED WINGS - CHICAGO BLACKHAWKS

Das Finale im Westen 2009 könnte kaum würdiger ausfallen als ein Duell zweier "Original Six"-Teams, also zweier Gründungsmitglieder der NHL von 1926. Dass der Titelverteidiger aus Detroit es bis hierhin geschafft hat, hatten viele Fachleute erwartet, da kommt der Erfolg der Chicago Blackhawks, die erstmals seit 2002 überhaupt wieder in der KO-Runde präsent sind, schon eher überraschend.

Dass das Conference-Finale 2009 dabei zugleich von zwei Teams aus der erstarkten Central Division bestritten wird, die gleich vier von fünf Mannschaften als Vertreter in die diesjährigen Playoffs schickte, ist bezeichnend für die Verschiebung der Kräfteverhältnisse im Westen. Bis vor kurzem schaffte es aus dieser Division mit Detroit regelmäßig nur ein Team in die Endrunde. Die Pacific- und auch die Nordwest-Division galten als stärker. Viele Gegner lästerten schon über den daraus resultierenden Wettbewerbsvorteil der Red Wings, die innerhalb ihrer Division keine echte Gegner hätten und damit relativ leicht auf eine hohe Punktzahl in der Vorrunde kommen könnten. Damit ist es nun erst einmal vorbei. Mit Detroit, Chicago, St.Louis, Columbus und auch Nashville zählt die Central inzwischen eindeutig zu den objektiv stärksten Divisionen der NHL.

Die Detroit Red Wings kommen als Nummer 2 des Westens, nach Siegen gegen Columbus und Anaheim, in das Finale gegen Chicago. Gegen Anaheim brauchte man beim knappen Sieg in sieben Spielen die ganze Erfahrung und den Heimvorteil des höher gesetzten Teams, um den Titelträger aus 2007 in den Sommerurlaub zu schicken.
Mike Babcock konnte dabei erneut auf die große Routine seiner Mannen setzen, die so leicht kein Rückstand aus der Ruhe bringen konnte. Dan Clearys Siegtreffer gegen Anaheim drei Minuten vor Schluss in Spiel 7 war hierfür bezeichnend. Irgendwie hatte man nicht das Gefühl, dass Anaheim am Ende siegreich vom Eis gehen würde. Und kurz vor Spielende schlug Detroit halt wieder einmal eiskalt zu. Das gab es schon häufiger.
Schlussmann Chris Osgood näherte sich erneut der Finalform von 2008 und ließ seine schwache Vorrunde schon fast wieder vergessen. Da das Team aus dem Vorjahr noch nahezu komplett zusammen ist, und nur durch Marian Hossa weiter verstärkt wurde, dürfte somit der Weg zum Stanley Cup nur über die Detroit Red Wings führen.

Die Chicago Blackhawks setzen ihre jugendliche Begeisterung dagegen und hoffen, dass ihr Tempo, Begeisterung und Unbekümmertheit die Routine schlagen können. Die Blackhawks konnten nun nach den Calgary Flames auch die Vancouver Canucks aus der Northwest-Division eliminieren. Hierzu brauchte man 'nur' sechs Spiele. Alle anderen Halbfinals gingen über die volle Distanz.

Eine kleine Überraschung, denn schließlich wurde Vancouver als Kanadas heißester Titelanwärter in 2009 eingeschätzt. Damit ist es jetzt vorbei. Die Canucks dürften vor großen personellen Veränderungen im Sommer stehen. Die Blackhawks scheinen sich dagegen erst in der Aufbauphase zu befinden. Vor zwei Jahren noch im sportlichen Nirwana, konnten u.a. Patrick Kane und Jonathan Toews die Franchise innerhalb von zwei Jahren wieder vitalisieren. Das ehemals trostlose United Center ist inzwischen wieder ein brodelnder Hexenkessel und wird den jungen Hawks zusätzlichen Mut und Kraft beim Kampf gegen den Favoriten aus Detroit verleihen. Auch die Fähigkeiten von Torwart Nikolai Khabibulin im Tor der Mannen aus der "Windy City" werden erneut bis auf das Äußerste gefordert werden, wenn es gegen den neuen, alten Rivalen aus dem nahe gelegenen Michigan geht.

Als Divisionsrivalen trafen beide Teams in der Vorrunde bereits sechsmal aufeinander. Man kennt sich also recht gut. Ein Duell des Jahres war der vielbeachtete Vergleich unter freiem Himmel im Wrigley Field in Chicago am Neujahrstag. Entsprechend der Verteilung der Favoritenbürde gingen vier der sechs Vergleiche an die Routiniers aus der Motor-City.
Ob die Begeisterung und der Schwung rund um die jungen Blackhawks ausreichen werden um das Verhältnis der Siege in den nächsten zwei Wochen umzukehren? Warten wir es ab... (rp) (rp)

Die Saisonergebnisse der Paarungen
DETROIT (2) - CHICAGO (4)

25. Okt. Chicago 5, Detroit 6 (SO)
06. Dez. Detroit 5, Chicago 4 (SO)
30. Dez. Detroit 4, Chicago 0 
01. Jan. Chicago 4, Detroit 6 
11. Apr. Detroit 2, Chicago 4 
12. Apr. Chicago 3, Detroit 0 

PITTSBURGH (4) - CAROLINA (6)

23. Okt. Pittsburgh 4, Carolina 1 
04. Dez. Carolina 2, Pittsburgh 5 
20. Jan. Pittsburgh 1, Carolina 2 
04. Apr. Carolina 3, Pittsburgh 2 (OT)

PITTSBURGH PENGUINS - CAROLINA HURRICANES

Nach 2008 stehen die Pittsburgh Penguins im zweiten Jahr in Folge im Eastern Conference Finale. Im vergangenen Jahr bezwangen sie hierin die Philadelphia Flyers und zogen in das Stanley Cup Finale ein, in dem sie auf die Detroit Red Wings trafen und unterlagen. Diese Konstellation und damit die Chance auf eine Revanche im Finale wäre auch in diesem Jahr noch möglich, doch zuvor bekommen es die 'Pens' noch mit den Carolina Hurricanes zu tun, die in den ersten zwei Playoffrunden zunächst den Sieger der Atlantic Division, die New Jersey Devils und anschließend das punktbeste Team der Eastern Conference, die Boston Bruins, aus dem Rennen um die begehrteste Eishockeytrophäe der Welt in jeweils sieben Spielen warfen.

Das Paradestück der Penguins ist ihre Offensive. Mit Evgeni Malkin haben sie den Gewinner der Art Ross Trophy als punktbester Spieler der Liga (113 Scorerpunkte) in ihren Reihen und mit Sidney Crosby (103 Scorerpunkte) auch noch den Drittbesten. Crosby, der vor allem im Conference Halbfinale gegen die Washington Capitals auf ganzer Linie überzeugen konnte, hat in vier aufeinanderfolgenden Jahren jeweils die 100-Punkte Marke erreicht. In den diesjährigen Playoffs brachte es Crosby schon auf 12 Tore und neun Assists.
Eine weitere 'Offensivwaffe' haben die 'Pens' in den Verteidigern Sergei Gonchar, der vor allem für ihr Überzahlspiel äußerst wichtig ist und es in den Playoffs schon auf zehn Punkte gebracht hat, und in Kris Letang mit drei Toren und sechs Assists ihr zweitbester 'Blueliner'.
Die Hurricanes können sich aber nicht nur auf diese 'Stars' ihrer Gegner konzentrieren, den mit Bill Guerin und Ruslan Fedotenko haben die Penguins noch mindestens zwei weitere Spieler, die den dadurch entstehenden Freiraum gnadenlos ausnutzen können.

Die Carolina Hurricanes sind unberechenbar. Auch im Aufeinandertreffen mit den Penguins gelten sie als 'Underdog', eine Rolle die sie scheinbar genießen und aus der heraus sie das Unmöglich scheinende möglich machen. Ihnen fehlt es im Kader an den ganz großen Namen, doch genau dies macht sie so unberechenbar. Ihr erst 25 Jahre alter Schlussmann Cam Ward erweist sich wieder einmal als Playoff-Performer. Mit nur 2,22 Gegentore pro Spiel, zwei Shutouts und einer Rettungsquote von 92,7 Prozent war er der große Rückhalt der Hurricanes.

In der Offensive war Eric Staal, auch er war wie Ward schon beim Stanley Cup Gewinn 2006 im Kader, mit 13 Scorerpunkten Carolinas punktbester Akteur. Ihm folgt 'Playoffwunder' Jussi Jokinen. In 71 Saisonspielen mit den Tampa Bay Lightning und Carolina Hurricanes brachte es der Finne auf gerade einmal sieben Tore, in den 14 Playoffpartien konnte er gleich sechs Mal die Scheibe im gegnerischen Netz unterbringen und ist mit insgesamt 10 Zählern Carolinas zweitbester Scorer.

In der regulären Saison haben die Hurricanes zwei von vier Aufeinandertreffen mit den Penguins für sich entscheiden können, doch ob es ausreicht auch eine ganze Playoffserie gegen die 'Pens' zu gewinnen, das scheint doch fraglich. (br)

  (br/rp)

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