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nr.119 / mai 2008 

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PLAYOFFVORSCHAU
 

Die Conference Finale

von Robin Patzwaldt

DETROIT RED WINGS - DALLAS STARS

Die Detroit Red Wings machten in der zweiten Playoffrunde kurzen Prozess mit den ambitioniert gestarteten Colorado Avalanche. Beim 4-0-'Sweep' profitierten die Red Wings allerdings in ungewöhnlich großem Ausmaß vom Verletzungspech der Mannen aus Denver. Echte Spannung vermochte so in diesem einseitigen Vergleich nicht aufkommen. Symptomatisch war das abschließende 8-2 der Red Wings beim völlig überforderten Gegner am Ende der Serie. Bleibt also die Frage ob die Red Wings wirklich so gut waren wie es dem Ergebnis nach erschien, oder ob der Gegner nicht einfach doch nur ungewöhnlich schwach war?

Selbst Wings-Coach Mike Babcock bedauerte auf der abschließenden Pressekonferenz in Denver die doch arg gebeutelten Avalanche, welche so nicht zu einem wahren Kräftemessen in der Lage waren. Neben der starken Defensivleistung der Mannen aus Michigan imponierte vor allem Johann Franzen, dem in den vier Spielen gegen den Rivalen aus der Northwest Division neun (!!!) Treffer gelangen. Der 28-jährige Schwede entwickelt sich zu einem starken MVP-Kanditaten in diesen Playoffs. Auch der ursprünglich als Backup gestartete Schlussmann Chris Osgood präsentierte sich nach wie vor stark und hat Dominik Hasek inzwischen vergessen gemacht. Der Cupsieger von 2002 kann somit fast ohne Sorgen in das Conference-Finale starten.

Gegner dort sind etwas überraschend die Dallas Stars, welche als Sechstplatzierte der Vorrunde ins West-Finale einziehen. Gegen die ursprünglich an Nummer Zwei gesetzten San Jose Sharks, welche sich zuvor noch selber zum Titelanwärter erklärt hatten, benötigten die Stars nur sechs Spiele zum Sieg. Alle Vergleiche waren allerdings eng und umkämpft. Höhepunkt war das 3-2 in Spiel 6, welches erst in der 4. Overtime entschieden wurde und als nun achtlängstes Spiel der NHL-Geschichte in die Annalen eingehen wird.

Nach dem Titelverteidiger aus Anaheim haben die Texaner somit bereits einen zweiten Favoriten aus den diesjährigen Playoffs herausgekegelt. Und auch gegen die Red Wings dürften die Mannen um Coach Dave Tippett nicht chancenlos sein. Marty Turco konnte durch tolle Rettungstaten sein altes Image als Playoffverlierer in diesem Jahr endgültig ablegen und auch Kapitän Brendan Morrow bewies Führungsstärke und überzeugte durch hervorragende Leistungen. Lediglich Neuzugang Brad Richards, der erst zur Trading-Deadline aus Tampa Bay verpflichtet wurde, konnte bisher noch allzu selten seine Klasse unter Beweis stellen. Die Stars haben also noch Potenzial nach oben. Ob es gegen die Wings jedoch reichen wird, die in der Vorrunde immerhin 18 Punkte mehr holten als die Texaner, und die Saisonvergleiche mit 3-1 Siegen bestimmten, muss abgewartet werden. (rp)

Mein Tipp 4-2 Siege für Detroit

Die Saisonergebnisse der Paarungen
DETROIT (1) - DALLAS (5)

02. Jan. Detroit 4, Dallas 1 
05. Jan. Detroit 3, Dallas 0 
17. Feb. Dallas 1, Detroit 0 
13. Mär. Detroit 5, Dallas 3 

PITTSBURGH (2) - PHILADELPHIA (6)

07. Nov. Philadelphia 3, Pittsburgh 1 
10. Nov. Philadelphia 5, Pittsburgh 2 
11. Dez. Philadelphia 8, Pittsburgh 2 
24. Jan. Philadelphia 4, Pittsburgh 3 
10. Feb. Pittsburgh 4, Philadelphia 3 
16. Mär. Pittsburgh 7, Philadelphia 1 
02. Apr. Pittsburgh 4, Philadelphia 2 
06. Apr. Philadelphia 2, Pittsburgh 0 
 

PITTSBURGH PENGUINS - PHILADELPHIA FLYERS

Überraschend leicht gelang es den Pittsburgh Penguins, dem Titelträger von 1991 und 1992, gegen die New York Rangers in der zweiten Playoffrunde die Oberhand zu behalten. Pittsburgh steht somit, nach den zuletzt sportlich und wirtschaftlich doch sehr mageren Jahren, zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder in einem Conference-Finale. Am Ende hatten die Rangers beim 1-4 in der Serie keine echte Chance gegen die geballte Offensivkraft der Penguins.

Erschwerend kam für die Rangers hinzu, dass sich Goalie Henrik Lundqvist für ihn ungewohnte Schwächen leistete. Im Team der 'Schwarz-Gelben' wuchs das Verständnis zwischen Crosby, Malkin und Neuzugang Marian Hossa quasi von Spiel zu Spiel. Hossa selber erzielte beachtliche vier Tore gegen New York, darunter den alles entscheidenden Siegtreffer in der Verlängerung von Spiel 5. Knackpunkt der Serie war aber am Ende wohl bereits die verspielte 3-Tore-Führung der Rangers in Spiel 1. Eine Schwächephase, von der die Rangers sich im Laufe der nächsten Tage nicht mehr richtig erholten. Mehr als ein Heimsieg in Spiel 4 sollte ihnen so gegen die Jungstars aus der Arbeiterstadt nicht mehr gelingen.

Die Philadelphia Flyers, die den Stanley Cup zuletzt 1975 erringen konnten, überzeugten ihrerseits ebenfalls mit einem überraschend deutlichen 4-1-Serienerfolg gegen den Vorrundenmeister des Ostens aus Montreal. Besonders Stürmer R.J. Umberger ließ die Verteidiger der Canadiens und Goalie Carey Price verzweifeln. Schier unglaubliche acht Treffer stehen für Umberger in der Serie zu Buche. Das überraschend frühe und deutliche Aus für die Canadiens gegen Philadelphia bedeutete nun auch endlich wieder mal ein paar verdiente Ruhetage für die zuvor arg strapazierten Flyers, die in der ersten Runde gegen Washington noch über die volle 7-Spiele-Distanz gehen mussten, und unter Reisestress und Zeitdruck stehend, im ersten Spiel der Serie gegen die Canadiens, so auch ihre einzige Niederlage kassierten. In den danach ausgetragenen Vergleichen setzten sich die Flyers dann jeweils relativ klar durch.

Im nun bevorstehenden Vergleich der beiden Atlantic-Division- Rivalen können sich Hockeyfans wohl erneut auf packende Partien freuen. Die Vorstellungen beider Teams in den letzten Wochen lassen einiges an Offensivspektakel erwarten. Die Rivalität der beiden Fanlager tut hierzu noch ihr Übriges. In der Vorrunde der aktuellen Spielzeit konnten die Penguins zwar insgesamt immerhin sieben Punkte mehr sammeln als die Mannen aus der Stadt der brüderlichen Liebe, allerdings ging der direkte Vergleich mit 5-3 Siegen an die Flyers.

Beide Torleute, sowohl Martin Biron als auch Marc-Andre Fleury, konnten bisher, trotz mangelnder Playofferfahrung, die Kritiker voll von ihren Qualitäten überzeugen. Es wird in den nächsten Tagen entscheidend darauf ankommen welcher Goalie seine derzeitige Topform länger halten und Fehler, die bei der Klasse der agierenden Stürmer der Gegenseite umgehend bestraft würden, vermeiden kann. (rp)

Mein Tipp: Philadelphia gewinnt mit 4-3 Siegen.

  (rp)

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