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2006-06-20 

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SPIELTAG 20.06.2006

Stanley Cup Champion 2006 - CAROLINA HURRICANES

Carolinas Teamkapitän Rod Brind'Amour mit dem Lohn der Mühe - dem Cup.

Edmonton - Carolina 1-3 (0-1/0-1/1-1)
(Serie 3-4)
Der Stanley Cup geht zum zweiten Mal in Folge in den Südosten der Vereinigten Staaten von Amerika. Nach den Tampa Bay Lightning in 2004 gewannen ihn heute Nacht die Carolina Hurricanes in einer bis zur Schlussminute spannenden Partie. Als wertvollster Spieler der Playoffs wurde Carolinas Schlussmann Cam Ward mit der Conn Smythe Trophy geehrt.
Großen Respekt muss man den 'Machern' der Hurricanes zollen, die es in wenigen Jahren geschafft haben, in North Carolina eine Eishockeyeuphorie zu entfachen, die man so nicht unbedingt erwarten konnte.

Das alles entscheidende Spiel 7 in einem Stanley Cup Finale zu gewinnen, diesen Traum träumt jeder Eishockeyspieler der Welt. Die zusammen 40 Protagonisten der Carolina Hurricanes und Edmonton Oilers sind heute Abend nahe daran diesen für sich und ihre Franchise zu verwirklichen.
Unabhängig davon, was in den 14 Tagen zuvor geschehen ist, die einzige hochbrisante Frage wird sein, ob die nun wieder gastgebenden Hurricanes, wie schon im Eastern Conference Finale gegen die Buffalo Sabres, erneut ihren Heimvorteil nutzen können, um zum ersten Mal in ihrer Franchisegeschichte den Cup nach Raleigh zu entführen oder ob die traditionsreichen Edmonton Oilers den psychischen Vorteil, einen schier aussichtslos wirkenden 1-3 Rückstand nach Spielen noch ausgeglichen zu haben, in North Carolina voll ausspielen können.
Natürlich gaben sich beide Headcoaches, Carolinas Peter Laviolette und Oiler Craig MacTavish am Morgen nach dem 'Pre Game Skate' zuversichtlich und strotzten voll Selbstvertrauen. Laviolette hielt sich zwar, was seine Aufstellung für die Partie betrifft bedeckt, ließ aber auch anklingen, dass Doug Weight, der vorgestern noch verletzungsbedingt pausieren musste, durchaus zur Verfügung stehen könnte. "Ich gebe jetzt aber keinesfalls genaue Angaben darüber ab, wer auflaufen wird und wer nicht. Das sehen Sie dann heute Abend. Die letzten zwei Niederlagen waren für uns zur rechten Zeit ein Tritt in den Hintern. Auch gegen Buffalo haben wir ein sechstes Spiel verloren und sind noch einmal eindrucksvoll zurückgekommen. Diese Erfahrung haben wir den Oilers voraus."
Laut MacTavish spielt es für seine Oilers keine Rolle wie nun genau der Kader ihrer Gastgeber aussehen wird: "Wir bleiben unserer Linie treu und werden wieder physisch voll präsent sein. Jeder Check wird bis zum Ende durchgezogen. Da ist es doch egal welche Nummer der Spieler trägt und wie er heißt, den man gerade checkt. Ob die Hurricanes in diesem Jahr schon einmal ein siebtes Spiel gewonnen haben oder nicht beeindruckt mich keineswegs. Heute steht es zunächst einmal 0-0 und bei diesem Spielstand hat keine Mannschaft einen Vorteil."
Die Statistik spricht zunächst einmal für die Hurricanes. Von den bisherigen 14 Stanley Cup Finals, die erst in einem siebten Spiel entschieden wurden, gewann elf Mal die gastgebende Mannschaft, zuletzt in 2004 die Tampa Bay Lightning gegen die Calgary Flames.

Aaron Ward freut sich mit Mark Recchi über das 1-0.

Die Anspannung vor dem Eröffnungsbully war den 'Starting Line Up' anzusehen, während die 19-jährige Holly Wilver beide Nationalhymnen vortrug. Dann ging es aber auch schon furios los. Gerade einmal eine Minute war absolviert, als Matt Cullen erstmals Jussi Markkanen im Tor der Oilers prüfte. Noch im gleichen Spielzug bekam Aaron Ward(2.) eine zweite Chance und schoss die schwarze Hartgummischeibe aus Höhe des rechten Bullykreises durch die Schoner des Finnen. Für Ward war es ebenso wie für seinen Vorlagengeber Mark Recchi der erste Punkt in den letzten fünf Finalpartien. Die Hurricanes waren auch in den Folgeminuten gegenüber ihren letzten zwei Auftritten nicht mehr wiederzuerkennen. Mit ungeheurem Einsatz drängten sie ein ums andere Mal ihre Gäste, die in den ersten zehn Spielminuten keine einzige nennenswerte Offensivaktion zustande brachten, in deren Verteidigungsdrittel.
Just in jener Phase als die Oilers etwas besser ins Spiel fanden, musste Jaroslav Spacek auf der Strafbank Platz nehmen. Die gerade auf heimischen Eis in Überzahl so erfolgreichen Gastgeber, sieben ihrer acht Überzahltreffer in den Finals erzielten sie zuhause, konnten diese nummerische Überlegenheit nicht in Zählbares ummünzen. Auch in den letzten fünf Minuten bis zum Drittelende waren die 'Canes' präsenter und vermeideten keinen Körperkontakt. Fünf Sekunden trennte die Oilers noch vor der herbeigesehnten Pause, als Steve Staios für seinen bereits geschlagenen Goalie im Torraum mit dem Handschuh die Scheibe vor dem Überqueren der Torlinie aufhielt. Der Videoentscheidung gegen den Treffer bzw. einen Penalty Shot, war besonders schwer zu fällen, da zum Zeitpunkt des Vergehens eine Strafe gegen die Oilers angezeigt war und das Spiel ja dann sofort unterbrochen worden wäre, sobald ein Oiler an den Puck bekommen hätte.

Cam Ward hielt auch im zweiten Drittel seinen Kasten sauber.

Mit einem Mann mehr auf dem Eis durften die Hausherren in das Mitteldrittel starten, doch die ersten zwei Großchancen hatten bei Unterzahl Fernando Pisani, der über das Tor zielte, sowie Rem Murray, der jedoch allein auf Cam Ward zulaufend keine Lücke fand. Kurz darauf vergab Mark Recchi eine Großchance. Seinen Schuss aus kurzer Distanz vereitelte Markkanen mit einer akrobatischen Fußabwehr. Wenig später hatten dennoch die Hurricanes Grund zur Freude. Ihre vierte Powerplaysituation schloss Frantisek Kaberle(25.pp), dessen Schuss von Jason Smith unglücklich abgefälscht wurde, mit dem 2-0 ab. Notgedrungen mussten die Oilers nun ihr Tempo erhöhen, hatten auch mehr Spielanteile als ihre Gastgeber. Der entscheidende Pass kam aber nicht an, da die 'Canes' ganz geschickt die Räume eng machten. Mehr Platz auf dem Eis hatten die Westkanadier zwischen der 37. und 38. Spielminute für 60 Sekunden als gleich zwei Hurricanes auf der Strafbank saßen, doch auch diese Gelegenheit ließen die Gäste, die dabei nur einmal Cam Ward prüfen konnten, ungenutzt. So konnten die Hurricanes mit einem beruhigenden, aber keinesfalls schon spielentscheidenden 2-Tore Vorsprung in die zweite Pause gehen.

Dass die Oilers sich noch lange nicht aufgegeben haben, bewiesen sie gleich zu Beginn des Schlussabschnitts. Gerade einmal 63 Sekunden waren absolviert, als Fernando Pisani(42.) mit seinem 14. Tor in diesen Playoffs die Hoffnungen der Gäste auf eine Spielwende wieder wach werden ließ. Die Zeit spielte aber für die 'Canes' die sich von dem Gegenschlag nicht aus der Ruhe bringen ließen, kaum noch ein Risiko eingingen und weiterhin konsequent verteidigten. Zehn Minuten vor Spielende hatte Carolinas Teamkapitän Rod Brind'Amour bei einem Konter sogar das 3-1 auf dem Schläger. Brind'Amours Nachschuss landete jedoch nur am Außenpfosten. Brenzlig wurde es für die späteren Champions drei Minuten danach, als sich Bret Hedican eine Strafzeit einhandelte. Doch erneut blieb den Oilers ein Erfolg im Powerplay verwehrt und auch Schlussmann Cam Ward, der im Anschluss der Partie als wertvollster Spieler der Playoffs 2006 geehrt wurde, hatte noch einmal Gelegenheit sich mit einer Glanztat gegen Pisani auszuzeichnen.
Für die Entscheidung zu Gunsten der Carolina Hurricanes sorgte schließlich Justin Williams(60.en) mit einem 'Empty Net Goal', als die Oilers verständlicherweise alles auf eine Karte gesetzt und Markkanen aus dem Tor genommen hatten.

 

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