NHL-Eishockeymagazin
 berichte - aktuell - spielberichte

>> Titelseite

> Berichte
>> aktuell
>> hintergrund

>> Vereine

>> Fanspiele

>> Service

>> Statistik

>> Gerüchte

2006-06-15 

ANZEIGE

SPIELTAG 15.06.2006

Michael Peca freut sich über sein Tor mit Ales Hemsky(EDM).

Edmonton - Carolina 4-3 OT (3-2/0-1/0-0/1-0)
(Serie 2-3)
Es wäre schon fast ein Wunder nötig, sollten die Edmonton Oilers doch noch den Stanley Cup Heim nach Canada bringen. In der traditionsreichen, über 100-jährigen Geschichte der begehrten Eishockeytrophäe war es noch nie einer Mannschaft gelungen, doch noch den Stanley Cup zu gewinnen, wenn sie zu einem Auswärtsspiel mit einem 1-3 Rückstand angereist waren.
Das 'Best of Seven' Playoffsystem wurde in 1939 von der NHL eingeführt, seitdem haben 26 Teams den Cup auch gewonnen, wenn sie mit 3-1 in Front lagen. Nur die Toronto Maple Leafs konnten 1942 das Blatt noch zu ihren Gunsten wenden, hatten aber in Spiel 5 Heimrecht. In deren Fußstapfen möchten nun die Oilers treten und das Unmögliche noch möglich machen.

Zu diesem Unterfangen erwischten die westkanadischen Gäste einen Traumstart. Im Hexenkessel RBC Center, die knapp 19.000 Besucher standen mit ihrer frenetischen Anfeuerung für die Hurricanes in Nichts den Fans von Edmonton nach, gelang Chris Pronger(1.) mit einem Distanzschuss nach nur 16 Sekunden die 1-0 Führung für die Oilers.
Viel Zeit sich über den Vorsprung blieb den Gästen aber nicht. Zwei Strafzeiten in Folge führten zu einer drückenden Überlegenheit der 'Canes' und während Mike Greene noch auf der Strafbank saß, gelang es Eric Staal(6.pp) im Nachstochern seine Torflaute zu beenden. Das Überzahlspiel der Hausherren ließ auch in der Folgezeit keine Wünsche offen. Wieder verstellte NHL-Veteran Doug Weight Oilers Schlussmann Jussi Markkanen die Sicht und diesmal überwand Ray Whitney(11.pp) den finnischen Torsteher.
Turbulent ging es im Minutentakt weiter. Die Achillesferse von Edmonton war in den letzten Finalpartien die mangelnde Chancenverwertung im Powerplay gewesen. Heute Nacht machten sie es besser. Gleich ihre erste nummerische Überegenheit nutzte Ales Hemsky(14.pp), um den Spielstand erneut zu egalisieren. Eishockeyherz was willst du mehr: Auch in den letzten fünf Minuten bis zur ersten Drittelpause nahmen sich die Kontrahenten keine Auszeit und spielten weiterhin offensiv nach vorne. Eine schöne Einzelaktion von Hemsky, der anschließend Michael Peca(20.) mustergültig bediente, führte schließlich dazu, dass die Oilers mit einem 3-2 Vorsprung in die Kabine gehen konnten.

Die Pause tat der Spielfreude beider Mannschaften keinen Abbruch. Die ersten zwei Großchancen des Mittelabschnitts hatte Carolina, doch Markkanen erwies sich vor allem mit seinem Save beim Schuss von Cory Stillman aus kurzer Distanz als Spielverderber. Während die Hurricanes ihre Probleme mit dem Torsteher der Oilers hatten, hatten jene Schwierigkeiten mit der doch sehr strengen Regelauslegung der beiden Hauptschiedsrichter. Erneut saß ein Oiler auf der Strafbank als Eric Staal(30.pp) zum 3-3 Gleichstand den Puck ins Netz beförderte. Kaum weniger unterhaltsam, jedoch mit weniger Glück im Abschluss auf beiden Seiten, gestaltete sich das zweite Drittel und so blieb es auch beim Remis bis zum Ertönen der Pausensirene.

Kaum vorstellbar, aber die ohnehin schon hochklassige, einem Stanley Cup Finale würdige Partie, nahm im dritten Durchgang an Intensität noch einmal zu. Kein Millimeter auf dem Eis wurde verloren gegeben und auf beiden Seiten kam es zu turbulenten Szenen vor dem Tor, doch die Abwehrkräfte behielten die Übersicht und so hatte man bereits zehn Minuten vor Drittelende das Gefühl, dass der nächste Treffer wohl die Entscheidung bringen müsste. Dieses Tor, maßgeblich für Freud und Leid eines Teams, sollte aber erst in der Verlängerung eines faszinierend offensiv geführten Eishockeyspiels, das Erinnerungen an das erste Aufeinandertreffen beider Teams wach werden ließ, fallen.

In der Verlängerung sah es zunächst danach aus, als könnten die Hausherren den Sieg unter Dach und Fach bringen, als sie in Überzahl auf dem Eis standen. Ein folgenschwerer Fehler von Eric Staal an der eigenen blauen Linie, als er Fernando Pisani(64.sh) den Puck zuspielte, bescherte den Edmonton Oilers doch noch eine weitere Heimpartie am kommenden Samstag.

 

>> Spielstatistiken des Tages

 


(C) eishockey.com, Sports Media & Entertainment GmbH