Paul Gaustad(BUF) freut sich über das Siegtor von J.P. Dumont.
Ottawa - Buffalo 2-3 OT (0-1/0-0/2-1/0-1) (Serie 0-3)
J.P. Dumont(66.) sorgte nach gut fünf Minuten in der Overtime mit seinem Schuss aus der Höhe des rechten Bullykreises für den dritten Sieg der Buffalo Sabres über die Ottawa Senators und frenetischen Jubel unter ihren Fans in der HSBC Arena von Buffalo. Damit steht auch das nach der regulären Saison punktbeste Team der Eastern Conference, die Ottawa Senators, kurz vor dem Playoff-Aus. Zurückgehend bis in das Jahr 1997 verloren die Mannen aus der kanadischen Hauptstadt neun Playoffpartien in Folge gegen die Sabres. Bereits morgen Nacht haben die Sabres Gelegenheit mit einem 'Sweep' als erste Mannschaft in das Conference Finale einzuziehen und wenn Ryan Miller erneut so solide sein Tor hütet wie beim heutigen Aufeinandertreffen, dann sollte ihnen dies auch gelingen.
In den ersten zwei Durchgängen hatten die Senators wesentlich mehr Spielanteile als ihre Gastgeber, mussten aber bei eigener Unterzahl nach zehn Minuten den 0-1 Rückstand durch Chris Drury(10.pp) hinnehmen. Die Stürmer der Kanadier verzweifelten schier an den Rettungstaten von Miller, der trotz 17 Schüssen, die auf sein Tor kamen, zwei Drittel lang den Kasten der Sabres sauber halten konnte.
Erst im Schlussabschnitt gelang es Jason Spezza(46.pp/59.pp) mit zwei Powerplaytreffern die Torflaute der Senators zu beenden. Zwischenzeitlich hatte Maxim Afinogenov(51.) die Hausherren erneut in Front gebracht. Aus deutscher Sicht auch erfreulicherweise unter Mitarbeit von Jochen Hecht.
Letztendlich hatten die Sabres, die alle drei bisherigen Begegnungen mit einem Tor Unterschied gewannen, das Glück wieder auf ihrer Seite und wer mag da bei vier Matchbällen noch an ihrem Weiterkommen zweifeln.
Carolina - New Jersey 3-2 (2-1/1-1/0-0) (Serie 3-0)
Die Carolina Hurricanes stehen mit einem Bein im Conference Finale. Beim Auswärtsspiel in New Jersey gelang ihnen ein 3-2 Erfolg, so dass nur noch ein Sieg für das Weiterkommen fehlt. Die 16.862 Zuschauer in der nicht einmal ausverkauften Contiental Airlines Arena feuerten von Beginn an ihr Team kräftig an und mit diesem Schwung im Rücken legten sich die Hausherren sogleich mächtig ins Zeug. Einen Schwinger von 'Canes' Akteur Ray Whitney nutzte schließlich Sergei Brylin(3.) zum frühen 1-0. Ein Auftakt nach Maß für die Devils. Doch die Hurricanes schlugen eiskalt zurück. Gleich die erste Überzahl nutzten die Gäste aus dem Süden zum Ausgleich durch Matt Cullen(9.pp), als er in halbrechter Position den Puck ins lange Eck schlenzte. Nach einem Fehlpass von Richard Matvichuk im eigenen Drittel nicht einmal zwei Minuten später kam es noch dicker für die Devils. Justin Williams(11.) netzte über die Fanghand von Martin Brodeur ein. New Jersey merkte man in der Folge an, dass dieser Doppelschlag Wirkung hinterlassen hatte. Der Anfangselan war weg. Die Hurricanes waren im Spielaufbau gefälliger, was ihnen weitere Chancen bescherte, die Brodeur jedoch vereitelte und so mehr an Sicherheit gewann.
Die Gastgeber kamen wieder verbessert aus der Kabine und spielten nun auf ein Tor. Eine Strafzeit gegen Rod Brind'Amour nutzte Patrik Elias(29.pp) mit einem platzierten Schuss vom rechten Bullykreis zum 2-2. Carolina kam erst nach 13 Minuten zum ersten Torschuss im zweiten Abschnitt, aber sogleich gewann ihr Spiel erneut an Intensität. Als Jamie Langenbrunner wegen einem hohen Stock zwei plus zwei Minuten auf die Strafbank musste, konnte Rod Brind'Amour(39.pp) mit einem Schuss durch Freund und Feind hindurch die Hurricanes wieder in Führung bringen.
Die letzten 20 Minuten waren die Devils zwar bemüht, doch Carolina stand gut in der Defensive und ließ kaum noch Gelegenheiten zu. Die wenigen verbliebenen Chancen meisterte Canes Torhüter Cam Ward, so dass die anfangs frenetische Anfeuerung der Fans in Buhrufe zum Ende der Partie umschlugen. Letztendlich war bei der Mannschaft aus New Jersey nicht der unbedingte Wille zu erkennen, der Serie eine Wende zu geben.
San Jose - Edmonton 2-3 3.OT (0-1/2-0/0-1/0-0/0-0/0-1) (Serie 2-1)
Nach 102 Minuten und 24 Sekunden effektiver Spielzeit, um 00:40 Uhr Ortszeit beendete Shawn Horcoff(103.) mit seinem Overtimtreffer das längste Spiel in der Franchisegeschichte der San Jose Sharks zu Gunsten der Edmonton Oilers, die dadurch im Conference Halbfinale auf 1-2 verkürzen konnten.
Nach zwei knappen 1-2 Niederlagen zum Serienauftakt in San Jose, standen die Oilers heute Morgen im heimischen Rexall Place schon unter Zugzwang. Ein Sieg war fast schon Pflicht um sich ihre Chancen auf den Einzug ins Western Conference Finale zu erhalten.
Dementsprechend druckvoll starteten sie in die Partie, während es sich kalifornischen Gäste erlauben konnten erst einmal abzuwarten und sich auf ihre Defensivarbeit zu konzentrieren. Zehn Minuten lang ging dies aus Sicht der Sharks auch gut dann markierte Marc-Andre Bergeron(11.) die vielumjubelte 1-0 Führung für die Hausherren. Die Sharks gaben auch danach, bis zur ersten Pause, ihr Defensivkonzept nicht auf und brachten es im ersten Durchgang auf gerade einmal zwei Torschüsse, während die Oilers 15 Mal Gästeschlussmann Vesa Toskala prüften.
Im zweiten Durchgang erwischten die Sharks einen Traumstart. Gerade einmal 79 Sekunden waren absolviert als Teamkapitän Patrick Marleau(22.) einen Abpraller von Dwayne Roloson zum Ausgleich abstaubte. Danach wurde die Partie etwas ruppiger, vor allem die Hausherren hatten sich bei einigen unfairen Aktionen nicht immer unter Kontrolle. Die Folge war nicht nur ein nummerisches, sondern auch ein optisches Übergewicht der Sharks. Dementsprechend verdient brachte sie auch Patrick Rissmiller(30.) mit 2-1 in Front. Bis zur zweiten Drittelpause kontrollierten die Gäste das Spielgeschehen und sie hatten durchaus Gelegenheiten ihren Vorsprung weiter auszubauen.
Die Binsenweisheit, dass man auf der Strafbank sitzend kein Spiel gewinnen kann, nahmen sich die Kontrahenten im letzten Abschnitt der regulären Spielzeit zu Herzen, in dem die beiden Hauptschiedsrichter keine einzige Strafe verhängen mussten. Irgendwie plätscherte die Partie nun vor sich hin und man hatte lange Zeit den Eindruck als würde nicht mehr viel passieren. Den Angriffsversuchen der Westkanadier fehlte das überraschende Moment. Mit einer Ausnahme: Nach einer knappen Viertelstunde fasste sich der schön freigespielte Raffi Torres(54.) ein Herz und überwand Vesa Toskala mit einem platzierten Schuss ins rechte obere Toreck zum 2-2 Gleichstand. Die größte Chance der Kalifornier im Schlussdrittel vergab Joe Thornton, der gut drei Minuten vor Drittelende aus kurzer Distanz, nach einem Patzer von Roloson, von dem leerstehenden Tor der Oilers nur den linken Pfosten traf.