Jamie Langenbrunner(NJD) muss sich vor dem Tor durchsetzen.
New Jersey - NY Rangers 4-2 (0-1/2-0/2-1) (Serie 4-0)
Für die New York Rangers ist nach einer eher überraschenden Saison und der ersten Playoffteilnahme nach neun Jahren, die Meisterrunde schneller vorbei als erwartet. Gegen den Lokalrivalen aus der Vorstadt von New York gab es im vierten Spiel die vierte Niederlage und damit das vorzeitige Playoffaus, bevor es überhaupt richtig begonnen hatte.
Während die Rangers in den Begegnungen zuvor meist deutlich unterlegen waren, konnten sie zumindest heute teilweise überzeugen und den Devils den letzten Schritt schwer machen. Gut sah es vor allem noch nach den ersten 20 Minuten aus, denn kurz vor deren Ablauf konnte Jed Ortmeyer(20.) die Gastgeber in Führung bringen, obwohl Topscorer Jaromir Jagr bereits nach 53 Sekunden Spielzeit nach einem Check von Devils Verteidiger Brad Lukowich endgültig verletzt ausschied. Doch New Jersey legte eine ungeheuere Sicherheit an den Tag und wie es nicht anders zu erwarten war, drehten sie die Partie Schritt für Schritt. Zunächst glich Scott Gomez(25.pp) aus, dann markierte Patrick Elias(28.pp/54.) das 2-1 der Gäste. Beide Treffer fielen bei Überzahl.
Die Rangers spielten gut mit, doch es reichte einfach nicht, um Torhüter Martin Brodeur ein weiteres Mal zu überwinden. Dies gelang erst wieder Steve Rucchin(59.pp) 87 Sekunden vor dem Ende. Da aber zuvor Brian Gionta(45.sh) in Unterzahl und erneut Elias in der 54. Minute die Führung der Devils auf 4-1 ausgebaut hatten, war dies nur noch Ergebniskosmetik und ein versöhnlicher Abschluss für die wahren Fans der Blueshirts. Die anderen hatten zu diesem Zeitpunkt nämlich schon den Nach-Hause-Weg angetreten.
Edmonton - Detroit 3-2 (0-0/3-1/0-1) (Serie 3-2)
Eine äußerst bittere Niederlage mussten die Detroit Red Wings im Spiel 5 gegen die Edmonton Oilers einstecken. Trotz teilweise drückender Überlegenheit schafften sie es nicht den dritten Sieg einzufahren und müssen nun Spiel 6 in Edmonton und ein dann folgendes Spiel 7 in Detroit gewinnen, um nicht zum dritten Mal in Folge frühzeitig in den Playoffs zu scheitern.
Zum Schwachpunkt bei den Hausherren entwickelt sich immer mehr Torhüter Manny Legace, der heute bei 19 Torschüssen drei Tore zuließ, die noch dazu innerhalb von sieben Minuten fielen. Auf der Bank sitzt aber auch nur Rookie Jimmy Howard, nachdem sich Chris Osgood im Morning Skate vor Spiel 4 verletzt hatte. Auf der anderen Seite war Dwayne Roloson den Oilers ein großer Rückhalt. Er verbuchte 30 Saves und war gerade in den Drangphasen der Red Wings der ruhende Pol in der Abwehr. Es war auch sein Verdienst, dass es mit einem 0-0 in die erste Pause ging. Edmonton wurde anschließend etwas aktiver und konnte zwischen der 26. und der 33. Spielminute eine 3-0 Führung produzieren, die letztendlich zum Sieg reichte. Fernando Pisani(26.), Ryan Smyth(29.pp) und Shawn Horcoff(33.) waren die Torschützen. Hoffnung keimte unter den heimischen Fans noch einmal auf, als Brendan Shanahan(39.) bei einem Alleingang auf 1-3 verkürzen konnte und so einen Grundstein für das dritte Drittel legte.
Da waren die Red Wings auch das spielbestimmende Team, doch der Anschluss sollte erst 22 Sekunden vor dem Ende durch Henrik Zetterberg(60.) gelingen, was für den Ausgleichstreffer und das Erzwingen einer Verlängerung aber zu spät war. Mit diesem Widerstand der Oilers, der vielleicht im Endeffekt auch zur Sensation führt, hatte kaum einer der Experten gerechnet.
Tampa Bay - Ottawa 2-3 (0-2/2-1/0-0) (Serie 1-4)
Tampa Bay Lightnings Ambitionen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung wurde im ScotiaBank Place von Ottawa jäh beendet. Der amtierende Stanley Cup Champion unterlag heute Nacht mit 2-3 Toren den Ottawa Senators und schied mit nur einem Sieg aus fünf Partien vorzeitig aus den Playoffs aus.
Bereits nach dem ersten Spielabschnitt sah es ganz schlecht für die Gäste aus Florida aus. Zehn Minuten konnten sie eigentlich ganz gut mithalten, doch dann schlugen die Kanadier eiskalt zu. Bei einem schnellen Konter fand der Traumpass von Martin Havlat in Peter Schaefer(13.) einen dankbaren Abnehmer und es stand 1-0 für die Senators. Nur wenig später, diesmal standen die Hausherren mit einem Mann mehr auf dem Eis, freute sich Schaefer über sein zweites Tor. Die Freude kam jedoch zu früh. Nach Videobeweis wurde der Treffer als Schlittschuhtor nicht anerkannt. Die Hausherren setzten aber sofort nach. Noch in Powerplayaufstellung zog Verteidiger Andrei Meszaros(16.) von der blauen Linie ab. Gästeschlussmann Sean Burke war die Sicht verstellt und die Scheibe landete zum 2-0 im Netz.
Den besseren Start in den zweiten Durchgang erwischten die Tampa Bay Lightning, die sich noch nicht abgeschrieben hatten. Nach nur 97 Sekunden gelang Evgeny Artyukhin(22.) das Anschlusstor. Auch in den folgenden Minuten hatten die Gäste mehr Spielanteile und hatten durchaus einige gute Gelegenheiten, um zum Ausgleich zu kommen. Eine folgenschwere Strafzeit leistete sich dann Ruslan Fedotenko und Martin Havlat(36.pp) ließ sich bei der folgenden Überzahl, diese Chance zu seinem sechsten Playofftreffer zu kommen, nicht nehmen. Völlig freistehend vor Burke schweißte er aus kurzer Distanz den Puck präzise unter das Torgestänge. Diesmal ließ die Antwort der Gäste weniger lang auf sich warten. Noch vor der zweiten Pause markierte Brad Richards(39.) das 2-3.
Das Schlussdrittel der regulären Spielzeit lebte angesichts des nur knappen Vorsprungs der Hausherren hauptsächlich von der Spannung. Die Lightning benötigten unbedingt einen Treffer und hatten erneut ein optisches Übergewicht. Die Senators blieben bei schnell vorgetragenen Gegenangriffen gefährlich.
In der Schlussminute rannten die Lightning mit 6 gegen 4 Mann ziemlich glücklos, auf das von Ray Emery gehütete Tor ihrer Gastgeber.
Anaheim - Calgary 2-3 (0-2/0-1/2-0) (Serie 2-3)
In einer Partie, in der die Kontrahenten nahezu gleichwertig agierten, konnten sich die Flames knapp mit 3-2 durchsetzen und führen in der Serie gegen Anaheim nun mit dem gleichen Ergebnis. Begünstigt wurde der positive Ausgang für Calgary durch eine mangelhafte Leistung von Jean-Sebastien Giguere. Der Goalie der Ducks erwischte einen rabenschwarzen Tag und musste in der 22. Spielminute, nachdem er bereits drei Gegentore kassiert hatte, das Eis verlassen. Sein Kollege Ilya Bryzgalov konnte zwar alle weiteren Schüsse parieren, die Feldspieler waren jedoch nicht mehr in der Lage, das Ruder herumzureißen.
Das Spiel begann erwartungsgemäß sehr körperbetont, wobei sich die Akteure nicht immer im Rahmen des Erlaubten bewegten. Deshalb befanden sich die Teams mehrmals in Unter- bzw. Überzahl. Mit diesen Situationen kamen die Kanadier zunächst besser zurecht, waren sie in der Lage, ein Mal bei einem nummerischen Nachteil und ein Mal bei einem nummerischen Vorteil, ins Schwarze zu treffen. Das 'shorthanded' Tor schoss Tony Amonte(6.sh) und den Powerplaytreffer erzielte Jarome Iginla(17.pp/22.). Mit dem 3-0 zu Beginn des zweiten Abschnitts, das ebenfalls der Kapitän der Flames besorgte, kontrollierten die Hausherren immer besser das Geschehen, so dass wohl die meisten Zuschauer im Pengrowth Saddledome nicht mehr damit rechneten, dass die Gäste es noch einmal spannend machen würden.
Tatsächlich wurde es noch einmal spannend, denn Andy McDonald(49.pp) nutzte in der 9. Minute des letzten Drittels eine Überzahlsituation zum Anschluss. In den folgenden elf Minuten hielt das Bollwerk, um Goalie Miikka Kiprusoff jedoch hinten dicht. Erst 33 Sekunden vor dem Ertönen der Schlusssminute gelang Rob Niedermayer(60.pp) das 2-3, bei dem es dann auch leistungsgemäß blieb.