Kevyn Adams(CAR) und David Tanabe(BOS) fixieren den Puck.
Carolina - Boston 2-4 (0-0/0-1/2-3) Nach Ottawa haben die Boston Bruins auch Carolina und somit die beiden derzeit besten Teams des Ostens hintereinander besiegt. Dem 3-2 nach Penaltyschießen gegen die Senators am Donnerstag folgte am Samstag ein verdienter 4-2 Erfolg gegen die Canes, was in Boston vielleicht doch noch Hoffnungen auf die Playoffs weckt. Dazu müsste aber nun eine kleine Serie gestartet werden.
Die Bruins begannen im heimischen TD BankNorth Garden gegen den Tabellenführer des Ostens sehr engagiert. Doch Cam Ward, der heute Martin Gerber im Tor der Gäste vertreten durfte, hielt sich zunächst ebenso schadlos wie sein Gegenüber Tim Thomas. Der 31-jährige US-Amerikaner hatte gerade einen neuen Drei-Jahres-Vertrag bei den Bruins unterzeichnet und zeigte sich vor allem ab dem zweiten Drittel äußerst beflügelt von dieser Tatsache. Ab diesem Zetpunkt nahm nänlich der Druck auf sein Tor durch die Hurricanes stark zu. In Führung brachte jedoch Patrice Brisebois(23.pp) die Hausherren.
Als Rookie Brad Boyes(42./48./51.) zu Beginn des Schlussabschnittes auf 2-0 erhöhte, sah Boston wie der sichere Sieger aus, doch Rod Brind'Amour(44.) und Eric Staal(45.) glichen innerhalb von 74 Sekunden den Spielstand aus. Zum Glück für die Bruins hatte jedoch der junge Boyes sein Pulver noch nicht verschossen und komplettierte mit zwei weiteren Toren den ersten Hattrick seiner NHL-Karriere. Thomas, der insgesamt 38 Saves verbuchen konnte, hielt indes den Sieg fest.
Dallas - San Jose 4-3 SO (1-0/1-3/1-0/0-0/1-0) Zum zehnten Mal im zehnten Anlauf gewinnen die Dallas Stars ein Penaltyschießen, aber entgegen der sonst meist überlegenen Auftritte, benötigten sie heute viel Fortune, um den Zusatzpunkt für sich zu gewinnen. Sharks Jonathan Cheechoo hatte es in der Hand, den Stars die erste Niederlage im Shootout beizubringen, doch er traf nur die Latte, während gleich anschließend Dallas Mike Modano knapp unterhalb des Quergestänges verwandelte.
Die Stars spielten lange in ihrer gewohnt souveränen Art. Aus einer sicheren Defensive heraus, vorne eiskalt zuschlagen. Lediglich für eine Spanne von knapp 80 Sekunden verloren sie total den Überblick, was ihnen fast die zwei Punkte gekostet hätte. Doch zunächst hatten Jere Lehtinen(16.pp) mit seinem 30. Saisontreffer und Niko Kapanen(32.pp) die Gäste mit 2-0 in Führung gebracht. Die Hausherren, welche im ersten Abschnitt kaum zum Zuge kamen, nach dem Wechsel aber mehr Druck auf Marty Turco entfachen konnten, überraschten ihre Kontrahenten mit einem Dreierpack Ende der Mittelperiode. Ville Nieminen(38.) mit seinem ersten Treffer für die Sharks, Pat Rissmiller(38.) mit seinem ersten NHL-Treffer 32 Sekunden später und Milan Michalek(39.) nur weitere 47 Sekunden danach, drehten den Spielstand zu Gunsten der Gastgeber.
In einem wenig unterhaltsamen Schlussdrittel, schaffte es schließlich Mike Modano(47.) für die Gäste wieder auszugleichen, so dass die Extraschicht über den zweiten Punkt entscheiden musste.
Pittsburgh - Montreal 5-4 (3-3/1-1/1-0) Die Canadiens dürften in dieser Saison wohl die einzigste Mannschaft sein, gegen die die Penguins alle bisherigen Spiele gewinnen konnten. Zum dritten Mal bezwangen sie die Kanadier, wobei dieses Mal der Ausgang sehr glücklich ausfiel. Glücklich, weil die Hausherren die weitaus höheren Spielanteile hatten, jedoch deren Chancenverwertung bestenfalls mangelhaft war. Pittsburghs Goalie Marc-Andre Fleury erwischte zudem noch einen blendenden Tag, an dem er mit insgesamt 42 gehaltenen Schüssen seinen zehnten Sieg einfuhr.
Die Partie begann turbulent mit einem Sechs-Tore-Drittel. Zunächst gingen die Gäste innerhalb von weniger als zwei Minuten durch Eric Boguniecki(4.) und Ryan Malone(6.pp) in Führung, ehe Montreal in den Personen Jan Bulis(10.), Garth Murray(12.) und Sheldon Souray(17./32.pp.) den Spieß drehte. 23 Sekunden vor der ersten Pause war es allerdings John LeClair(20.) noch möglich, den Gleichstand wieder herzustellen.
Im zweiten Abschnitt erhöhte sich die Intensität merklich, so dass die Schiedsrichter zahlreiche Strafzeiten verhängen mussten. Profitieren konnten dabei sowohl die Kanadier, als auch die Gelb-Schwarzen, denn nachdem Souray zum zweiten Mal getroffen hatte, glich Ryan Whitney(34.pp) ebenfalls im Powerplay aus. Den Siegtreffer schoss schließlich Andre Roy(44.) zu Beginn des letzten Drittels, als er bei einer Zwei-gegen-Eins-Situation von Sidney Crosby mustergültig den Puck bekam und diesen etwas glücklich in die Maschen setzte.
Buffalo - Ottawa 2-4 (0-2/1-1/1-1) Das Spitzenspiel in der Northeast Division konnten die Senators nach einem harten Kampf für sich entscheiden und belegen nun wieder vor den Carolina Hurricanes, die am Samstag den Boston Bruins unterlagen, den ersten Platz in der Eastern Conference. Für die Sabres war es die erste Niederlage nach acht siegreichen Spielen, was seit 1984, als sie zehn Partien in Folge gewannen, die beste Serie bedeutete.
Von Beginn an legten sich die Kontrahenten massiv ins Zeug, wobei der Einsatz oft den Rahmen des Erlaubten sprengte. Infolgedessen befanden sich während der gesamten Begegnung nur selten zehn Feldpieler auf dem Eis, was den Unterhaltungswert aber durchaus steigerte. Zuerst profitierte Ottawas Zdeno Chara(13.pp) von einer nummerischen Überlegenheit, nachdem Peter Schaefer(9.) drei Minuten vorher die Senators bereits mit 1-0 in Führung gebracht hatte.
Im zweiten Durchgang hielt die optische Überlegenheit der Hausherren, die folgerichtig auch zum Ausbau des Vorsprungs führte, an. Nicht zu bremsen war in diesem Fall Bryan Smolinski(28.), der seinen 15. Saisontreffer nach Vorarbeit von Peter Schaefer und Chris Neil zum 3-0 erzielte. Lediglich 46 Sekunden danach war Buffalos Maxim Afinogenov(29.) zum ersten Mal für die Gäste erfolgreich und Daniel Briere(50.pp) verkürzte zehn Minuten vor dem Ende sogar noch auf 2-3. Alle Anstrengungen der Sabres waren aber im weiteren Spielverlauf vergeblich, denn Chris Kelly(60.en) versetzte ihnen kurz vor dem Schluss den Todesstoß zum hochverdienten 4-2 Endstand.
Toronto - N.Y. Rangers 2-5 (0-1/0-3/2-1) Die Maple Leafs konnten einem beim Gastauftritt im New Yorker Madison Square Garden fast schon Leid tun. Sie waren über nahezu den gesamten Spielverlauf die überlegenere Mannschaft, doch wieder einmal hat Topscorer Jaromir Jagr(12.pp) und Torhüter Henrik Lundqvist für die Rangers den Unterschied gemacht. Während Toronto den Schlussmann der Hausherren bis zur zweiten Pause 20 Mal ohne Erfolg prüfte, genügten den Blueshirts 14 Schüsse, um 4-0 zu führen. Während Jagr das erste Tor selbst erzielte, bereitete er die anderen drei von Petr Sykora(22.pp/60.en), Michael Nylander(31.) und Petr Prucha(38.pp) in ausgezeichneter Manier vor und komplettierte so die 100 Punkte in der Scorerwertung. Die Fans feierten ihren Star mit "M-V-P"-Rufen, also die Aufforderung an die NHL, Jagr zum "Most Valuable Player"(wertvollsten Spieler der Saison) zu wählen.
Problem der Kanadier war aber auch die Ausnutzung der Überzahlspiele. Die Rangers trafen drei Mal und die Maple Leafs konnten erst das sechste und achte Powerplay jeweils durch Jason Allison(52.pp/59.pp) erfolgreich abschließen. Da war aber das Spiel längst entschieden. Toronto nahm zwar noch einmal den Torwart heraus und versuchte mit einem sechsten Feldspieler alles auf eine Karte zu setzen, doch Sykora machte mit seinem Schuss ins leere Gehäuse 37 Sekunden vor dem Ende alles klar.
Florida - Washington 4-3 SO (1-2/2-0/0-1/0-0/1-0) Ein äußerst unterhaltsames Spiel mit zahlreichen Torchancen zeigten beide Teams im Verizon Center zu Washington. Dabei schafften es die Panthers wieder einmal gegen ihren derzeitigen Lieblingsgegner zweifach zu punkten. In den letzten zwei Spielzeiten hat Florida nicht mehr in der Hauptstadt verloren.
Bei den vielen Torchancen standen natürlich die Torhüter Olaf Kölzig und Roberto Luongo im Mittelpunkt. Während der Deutsche 41 Saves verbuchen konnte, stand ihm Luongo mit 37 Saves in Nichts nach. Ausschlaggebend war letztendlich aber, dass der 26-jährige Kanadier alle drei Penalties parieren konnte und sich Kölzig einmal von Joe Nieuwendyk geschlagen geben musste.
Die Geschichte des Spieles zuvor ist schnell erzählt, denn es war ein kurzweiliges Spiel, das beide Seiten hätten für sich entscheiden können. Die zweimalige Führung der Capitals durch Chris Clark(5./16.) glichen Jon Sim(9.) und Jay Bouwmeester(35.) aus. Nur 15 Sekunden nach dem 2-2 sorgte Rostislav Olesz(35.) für die erstmalige Führung der Panthers, welche erneut Chris Clark(43.) mit seinem dritten Treffer des Abends egalisieren konnte. Für Clark war es der erste Hattrick seiner NHL-Karriere.
Philadelphia - Atlanta 4-2 (1-1/2-1/1-0) Die Philadelphia Flyers haben trotz des kurzfristigen Ausfalles von Peter Forsberg, der an Knieproblemen laboriert und nach dem Warmmachen passte, ihr Auswärtsspiel in der Philips Arena positiv gestaltet. Nach einem überlegenen ersten Drittel der Flyers, wo es nach Treffern durch Mike Knuble(11.pp) und auf der Gegenseite Bobby Holik(13.) aber nur zu einem 1-1 reichte, verbesserten die Gäste im Mittelabschnitt auch ihre Ausbeute. Während Jeff Carter(26.) und R.J. Umberger(36.) für ein beruhigendes 3-1 sorgten, zeigte Flyers Schlussmann Antero Niittymaki bei einigen Paraden seine Klasse. Keine Chance hatte er beim Anschlusstreffer der Thrashers durch Marian Hossa(39.pp). Gerade das Überzahlspiel ist derzeit der Knackpunkt im Spiel von Atlanta, wo sie aus den letzten 37 Möglichkeiten nur vier Mal profitieren konnten.
Den Sieg der Flyers sicherte schließlich Niko Dimitrakos(46.), der Kari Lehtonen im Tor der Thrashers mit einem präzisen Schlagschuss keine Abwehrmöglichkeit gab. Die Verteidiger Josi Pitkanen und Eric Desjardins bereiteten jeweils zwei Treffer ihrer Farben vor.
Calgary - Nashville 4-9 (2-2/2-5/0-2) 13 Tore in einem Spiel passieren nicht allzuoft. Im Gaylord Entertainment Center kam diese große Anzahl an Treffern zu Stande, weil die Mannschaften besonders gut in Überzahl und besonders schlecht in Unterzahl agierten, sowie Calgarys Schlussmann Brian Boucher einen rabenschwarzen Tag erwischte. Das Auswechseln des Goalies nach vier oder fünf Toren, wie es im Eishockey üblich ist, sparte sich dieses Mal sein Trainer Darryl Sutter und verpasste dem 29-jährigen US-Amerikaner damit die Höchststrafe.
In der sehr körperbetonten Partie gingen die Hausherren bereits nach 46 Sekunden durch Steve Sullivan(1.) in Front, ehe Paul Kariya(6.pp/37.pp) im Powerplay zum 2-0 traf. Mit zwei Toren bei nummerischen Vorteilen glichen die Gäste in den Personen Dion Phaneuf(8.pp) und Darren McCarty(20.pp) allerdings noch im ersten Drittel aus. Jeweils abwechselnd feierten die Teams im Mittelabschnitt dann ihre Triumphe, wobei die Flames abermals zwei Powerplaytore schossen. Die erfolgreichen Schützen waren für die Predators Scott Nichol(24.) und Martin Erat(25.), für die Kanadier waren Kristian Huselius(25.pp) und erneut Dion Phaneuf(17.pp) erfolgreich.
Im weiteren Spielverlauf hatten die Gäste allerdings nichts mehr entgegen zu setzten, wobei sie durchaus mithielten, jedoch im Gegensatz zu ihren Gegnern nichts Zählbares aus ihren Möglichkeiten machten. Die Säbelzahntiger hingegen zerfleischten ihre Beute regelrecht, indem sie noch fünf weitere Treffer landeten. In die Scorerlisten trugen sich Greg Johnson(32.), Kariya ein zweites Mal und Kimmo Timonen(40.pp) im zweiten Drittel, sowie Jordin Tootoo(54.) und Darcy Hordichuk(58.) im letzten Durchgang, ein.
Detroit - Edmonton 4-3 SO (1-1/1-1/1-1/0-0/1-0) Für den fünften Sieg in Folge der Red Wings reichte sowohl die reguläre Spielzeit, als auch die Overtime nicht aus. Sie konnten erst im Penaltyschießen die Mannen aus Edmonton bezwingen, die sich trotz eines Punkteunterschiedes von 18 Zählern erstaunlich gut aus der Affäre zogen. Vorausgegangen war eine ausgeglichene Partie, in der die Leistung der Unter- und Überzahlreihen wohl den Ausgang bestimmten. Trotz sechs Möglichkeiten waren die Hausherren nicht in der Lage, Profit daraus zu schlagen. Detroit hingegen landete zwei seiner Treffer im Powerplay.
Das erste Erfolgserlebnis hatten die Gäste in Person von Henrik Zetterberg(11.pp), ehe Oiler Jarret Stoll(13.) wenig später der Ausgleich gelang. 19 Minuten darauf brachte Edmontons Steve Staios(32.) seine Farben in Führung, die allerdings nur kurz andauern sollte, denn Detroits Chris Chelios(35.pp) nutzte erneut eine Überzahlsituation zum zwischenzeitlichen 2-2 Einstand. Nachdem Tomas Holmstrom(45.) zu Beginn des vermeintlich letzten Drittels von Daniel Cleary blendend in Szene gesetzt wurde und damit seine Mannschaft erneut in Front gebracht hatte, schaffte Fernando Pisani(59.sh) knapp zwei Minuten vor dem Ende mit einem Tor in Unterzahl das nicht mehr für möglich gehaltene Remis.
Da in der folgenden Overtime nichts Zählbares passierte, musste der Sieger im Shootout gefunden werden. Kurzen Prozess machten hier die Gäste, indem Jason Williams und Henrik Zetterberg trafen und Goalie Chris Osgood Fernando Pisanis und Sergei Samsonovs Alleingang erfolgreich stoppte.
St. Louis - Los Angeles 1-3 (0-0/1-0/0-3) Zum ersten Mal seit der Spielzeit 1974-75 konnten die Kings wieder alle Spiele gegen die Blues in einer Saison gewinnen. Diese kleine Statistik zeigt den Zustand, in dem sich das Team der Blues diese Saison befindet. 25 Jahre in Folge konnte sich St. Louis für die Playoffs qualifizieren, eine weitere Serie der Franchise, die in Kürze ein Ende finden wird.
In einer mit zahlreichen Strafzeiten gespickten Begegnung, verstanden es beide Teams kaum aus ihren nummerischen Überlegenheiten Kapital zu schlagen. Während die Blues bei acht Gelegenheit nur einmal trafen, hatten die Kings bei elf Möglichkeiten die gleiche Ausbeute. Im ersten Drittel fielen zurecht keine Tore, denn das gebotene Niveau war eher dürftig. Dies besserte sich nach dem ersten Wechsel, wo mehr Fahrt ins Spiel kam. Trotzdem fiel nur ein Treffer durch Mike Glumac(32.pp) zum 1-0 für die Blues.
Im Schlussabschnitt hatten die Hausherren jedoch kaum noch etwas entgegen zu setzen. Die Kings dominierten die Partie nach Belieben und vergaßen auch das Toreschießen nicht. Sean Avery(41.) glich gleich zu Beginn aus, Michael Cammalleri(45.pp) münzte das 10. Powerplay der Kings zum 2-1 um und Eric Belanger(57.) machte mit seinem 16. Saisontreffer alles klar. Für Belanger bedeutet dies Einstellung seiner Karrierebestmarke aus der Saison 2002-03.