Tampa Bay - Calgary 3-2 2.OT (0-0/2-2/0-0/0-0/1-0) (Playoffstand 3-3)
Goalie Miikka Kiprusoff(Cgy.) vereitelt eine Chance von Fredrik Modin(T.B.).
Genau 33 Sekunden dauerte die zweite Overtime an diesem Abend im Saddledome zu Calgary bevor Martin St.Louis(81.) durch seinen 3-2 Siegtreffer für Tampa Bay ein siebtes Spiel der Serie am Montag in Tampa erzwang. Wiedereinmal bestätigte sich damit die Regel dieser Serie, dass das Team am Ende siegreich das Eis verlassen sollte, dem das erste Tor des Abends gelang. Trotz der bitteren Niederlage verabschiedeten die Fans, in der natürlich erneut ausverkauften Arena, ihre unterlegenen Flames mit stehenden Ovationen.
Nach von beiden Teams nervös geführten ersten 20 Minuten ging es ohne große Höhepunkte in die erste Drittelpause. Das sollte sich dann im Mittelabschnitt rasch ändern. Brad Richards(25.pp/31.pp) brachte das Team aus Florida in Führung. Miikka Kiprusoff im Tor der Kanadier machte bei diesem Gegentreffer jedoch nicht die aller glücklichste Figur. Von seiner Ausrüstung rutschte der Puck letztendlich unglücklich aus Sicht der Flames über die Torlinie.
Coach Darryl Sutter stellte seine Jungs in der Folgezeit jedoch wesentlich besser auf die Gäste ein und so gelang bereits vier Minuten später der Ausgleich. Chris Clark(30.), der zuvor 14 Spiele lang nicht mehr einnetzen konnte, verwertete eine schöne Vorlage von Ville Nieminen, der in der letzten Partie noch gesperrt war, und leutete damit eine Drangphase der Gastgeber ein. Erstmalig an diesem Abend spielten die Flames gewohnt selbstbewusst und spielfreudig auf.
Nach dem erneuten Führungstreffer der "Bolts" durch Richards im Powerplay, drängten die Kanadier weiter unverzagt auf den Kasten von Nikolai Khabibulin.
Durch den vierten Playofftreffer der Saison von Marcus Nilson(37.) ging man, auch durch die wieder erstarkte Fanunterstützung, frohen Mutes in das vermeintliche Schlussdrittel der Partie. Der Stanley Cup für die Flames war zu diesem Zeitpunkt erneut nur einen Treffer entfernt. Es schien jedoch, als wäre dieser Druck an diesem Abend vielleicht doch etwas zu groß für die Mannen aus Calgary. Nach dem gelungenen Mittelteil der Begegnung verkrampften beide Teams wieder zusehends. Außer einer Riesenchance durch Martin Gelinas, die nach Betrachtung der Zeitlupe sogar nach einen regulären Treffer aussah, brachten die Gastgeber nichts Wesentliches zu Stande. Auch die Gäste erspielten sich kaum noch klare Torchancen.
Daran änderte sich auch über die Dauer der gesamten ersten Overtime nichts. Die Eisqualität ließ zudem aufgrund langsam ansteigender Temperaturen im weiten Rund spürbar nach. Einige technische Patzer der Aktiven waren die Folge. Mit "We want the Cup" (Wir wollen den Cup!). Sprechchören machten die Anhänger des Heimteams zwar unentwegt Stimmung, doch es sollte am Ende nichts helfen. Martin St.Louis rettete sein Team mit seinem glücklichen Treffer aus spitzem Winkel in ein alles entscheidendes siebtes Spiel in Tampa.
Nach dem jetzt vierten Auswärtssieg im sechsten Spiel dieser Serie sollten die Flames jedoch die Köpfe nicht hängen lassen. Schließlich bestreiten sie nun wieder eine Auswärtspartie. Entsprechendes Selbstbewusstsein wollten die Fans im Saddledome wohl auch mit ihren Ovationen nach Spielende an ihr Team vermitteln. Es ist also wirklich alles offen wenn der Stanley Cup 2004 am Montag Abend in Tampa definitiv verliehen werden wird.