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2002-04-24 

SPIELTAG 24.04.2002

Boston - Montreal 3-5 (1-1/2-0/0-4)
Playoffstand: 1-2

Chad Kilger, Craig Rivet und Andrei Markov freuen sich über das Siegtor von Saku Koivu (2.v.re.).
Ein Desaster erlebten die Boston Bruins im dritten Drittel der ersten Auswärtsbegegnung bei den Montreal Canadiens und verspielten so leichtfertig eine zuvor erarbeitete 3-1 Führung nach 40 Minuten. Donald Audette(48.) und Doug Gilmour(48.) machten innerhalb von 53 Sekunden aus dem Zwei-Tore-Rückstand einen von den 21.273 Zuschauer vielumjubelten 3-3 Ausgleich. Kapitän Saku Koivu(52.), der nach seiner Krebserkrankung erst kurz vor den Playoffs sein Comeback gab, markierte schließlich die zweite Führung der Habs, nachdem Yanic Perreault(5.pp) zu Beginn bereits das 1-0 erzielt hatte. Die Bruins waren geschockt, versuchten aber noch einmal zurückzukommen, doch die Partie war endgültig verloren, als Joe Juneau(60.en) eine Sekunde vor dem Ende den Endstand herstellte.
Dabei hatte es die ersten beiden Abschnitte für Boston ganz gut ausgesehen. Per-Johan Axelsson(9.sh) konnte in Unterzahl das 0-1 egalisieren. Auch in der Mittelperiode blieben die Bruins tonangebend und zogen verdient durch Bill Guerin(28.pp) und Nick Boynton(30.) auf zwei Treffer davon. Diese reichten aber wie erwähnt nicht und Montreal führt nun in der Serie mit 2-1 Spielen.

Carolina - New Jersey 1-3 (0-2/0-0/1-1)
Playoffstand: 2-2

Analog ihrem Aufeinandertreffen vom Sonntag verlief auch Partie vier in der Playoffserie zwischen den Carolina Hurricanes und den New Jersey Devils, die Dank des heutigen 3-1 Erfolges den Playoffstand zum 2-2 ausgleichen konnten. Unglücklich agierte erneut Carolinas Schlussmann Arturs Irbe, der bei den Treffern von Bobby Holik(2.) und Brian Gionta(18.sh) im ersten Drittel eine äußerst unsichere Figur machte.
Ab dem zweiten Durchgang übernahm Kevin Weekes die Aufgabe von Irbe und der Ersatzmann im Tor der Gäste hielt lange Zeit seinen Kasten, gegen die sich aufs Kontern verlegenden Devils, sauber. Die Vorentscheidung fiel als im Schlussdrittel Brian Rafalski(47.pp) eine nummerische Überlegenheit mit dem 3-0 abschloss.
Die Hurricanes kamen durch Aaron Ward(58.) zumindest noch zum Ehrentreffer und verdarben New Jerseys Goalie Martin Brodeur gut 2 1/2 Minuten vor Spielende seinen 14. Playoff-Shutout.

Toronto - N.Y.Islanders 1-6 (1-1/0-3/0-2)
Playoffstand: 2-1

Islanders torgefährlichster Akteur Mark Parrish prüft Curtis Joseph.
Die Toronto Maple Leafs kamen bei ihrem heutigen Auftritt im Nassau Coliseum auf Long Island mit 1-6 Toren kräftig unter die Räder. Der letzte Playoffsieg der Islanders, welche die zwei Begegnungen in Toronto verloren hatten, liegt bereits neun Jahre zurück. Zum ersten Mal seit acht Jahren gab es in Uniondale wieder Playoffhockey zu sehen und die Partie enttäuschte die 16.234 Besucher, so sie das Heimteam unterstützten, nicht.
Dabei hatte alles so gut für die Kanadier begonnen. Alexander Mogilny(8.) brachte mit dem 1-0 für die Gäste die Massen zum verstummen. Doch die Islanders zeigten sich hiervon keineswegs geschockt, als sich die Leafs ihre erste Strafzeit leisteten, es sollten noch einige mehr, letztendlich zu viele, folgen, egalisierte Mark Parrish(15.pp) den Spielstand.
Mit dem 1-1 Unentschieden ging es auch in die erste Pause. Anschließend wurden die Leafs ein Opfer ihrer überharten Gangart. Brad Isbister(27.pp), erneut Mark Parrish(40.pp) und Shawn Bates(45.pp) ließen noch drei weitere Überzahltore folgen. Das Schützenfest komplettierten Michael Peca(34.) sowie Dave Scatchard(45.) als auf beiden Seiten jeweils fünf Akteure auf dem Eis standen und dies war in diesem Spiel nur selten der Fall.

St. Louis - Chicago 1-0 (0-0/1-0/0-0)
Playoffstand: 3-1

Pavol Demitra (STL) jubelt nachdem er Steve Passmore (CHI) bezwungen hat.
Wer keine Tore schießt, der kann auch kein Spiel gewinnen. Die Chicago Blackhawks sind seit mittlerweile 183 Spielminuten ohne Torerfolg und mussten heute Nacht ihr drittes Spiel in Folge 'Zu-Null' an ihre Kontrahenten aus St. Louis abgeben. Dabei kann man den Blackhawks gar nicht den Vorwurf machen, dass sie nicht alles versucht hätten, doch Blues' Schlussmann Brent Johnson bewies sich stets als Endstation. Er verdiente sich mit 27 Rettungstaten seinen dritten Shutout in Folge. Dieses Kunststück gelang in der NHL-Historie erst drei Torhütern: Clint Benedict in 1926, John Ross Roach in 1929 und zuletzt Torontos Frank McCool in 1945.
Aber auch die Vorderleute von Johnson hatten ihren Anteil am dritten Erfolg. Nachdem sie die Drangphase der Blackhawks im ersten Drittel mit Geschick überstanden hatten, verstärkten sie im zweiten Durchgang den Druck und erwiesen sich als das spielerisch ausgereiftere und auch kombinationssichere Team. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch bei dem Pavol Demitra(39.) das 'Goldene Tor des Abends' gelang.

Colorado - Los Angeles 1-0 (0-0/1-0/0-0)
Playoffstand: 3-1

Felix Potvin (LOS) schnappt sich den Puck nach einem schuss von Rob Blake (nicht im Bild).
Eine wesentlich bessere defensive Leistung mit einem überragenden Patrick Roy im Tor bescherte den Avalanche einen dünnen 1-0 Erfolg in Los Angeles und damit die wertvolle 3-1 Führung in der Serie. Colorado kann am Donnerstag im heimischen Pepsi Center den Einzug in die nächste Runde perfekt machen.
Der feine Unterschied zwischen beiden Mannschaften, die sehr konzentriert arbeiteten und beide ihre Chancen hatten, war der einzige Treffer des Abends durch Steven Reinprecht(26.) auf Vorarbeit von Chris Drury und Peter Forsberg. Ausgerechnet der ehemalige Kings-Akteur sorgte somit für die Niederlage der Hausherren. Die Avs können sich bei Roy bedanken, dass dieses einzige Tor genügte. Der 36-jährige Torhüter hielt 32 Schüsse der Kings, teilweise mit phantastischen Paraden, und feiert so den 20. Playoff-Shutout seiner Karriere. Aber auch der Torsteher auf der anderen Seite Felix Potvin zeigte erneut eine Klasseleistung und war beim Gegentreffer machtlos. Er konnte 24 Saves verbuchen.
18.700 im Staples Center mussten enttäuscht nach Hause gehen, doch sie hatten wenigstens für einen Rekord gesorgt: So viele hatten ein Kings Spiel live vor Ort noch nie verfolgt.

Detroit - Vancouver 4-2 (2-0/0-2/2-0)
Playoffstand: 2-2

Der Heimvorteil spielt in der Serie zwischen den Vancouver Canucks und Detroit Red Wings keine Rolle. Auch das vierte Aufeinandertreffen zwischen den beiden Mannschaften endete mit einem Erfolg für die Gäste. Dabei haben nun die als Favoriten in die Playoffs gestarteten Red Wings nach dem zweiten Sieg in Folge den psychologischen Vorteil auf ihrer Seite.
Sie haben das Mittel gefunden, die torgefährlichen Angreifer der Westkanadier im Zaum zu halten. Die Canucks spielten sehr engagiert, hatten auch einen optischen Vorteil, wurden aber drei Mal eiskalt erwischt. Einem Spitzenteam würdig, produzierten die Red Wings aus annähernd jeder Torchance die sich ihnen bot einen Treffer. Schon zur ersten Pause, bis zu der Jiri Fisher(4.) und Chris Chelios(11.pp) bei nur vier Torschüssen zwei Treffer produzierten, sahen die Gäste wie die sicheren Sieger aus. Vancouver kam aber im Mittelabschnitt noch einmal zurück ins Spiel. Mattias Ohlund(30.) und 32 Sekunden vor Drittelende Matt Cooke(40.pp) aus einem Powerplay heraus, egalisierten den Spielstand.
Die Canucks waren mit den Gedanken wohl noch in der Kabine, als Detroits Teamkapitän Steve Yzerman(41.) in der ersten Minute des Schlussdurchgangs der Siegtreffer gelang. Der Widerstand der Hausherren war damit gebrochen. Psychisch angeschlagen und physisch am Ende, waren sie nicht mehr in der Lage mit einem notwendigen Kraftakt Detroits Abwehrbollwerk zu knacken. Den 4-2 Endstand stellte Kris Draper(60.en) her, als Dan Cloutier seinen Kasten bereits zu Gunsten eines weiteren Feldspielers geräumt hatte.

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